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Kardiologie 6. Dezember 2014

Besser vernetzt – besser versorgt

In Oberösterreich läuft ein innovatives Pilotprojekt an, das die Betreuung von herzinsuffizienten Patienten verbessern soll.

Die hohe Mortalität nach der Diagnose Herzinsuffizienz (HI) müsste nicht sein. „Wir haben in den letzten Jahren enorme Fortschritte in Diagnose und Therapie gemacht und können Lebensqualität und Lebenserwartung der Betroffenen verbessern“, sagt OA Dr. Christian Ebner, KH der Elisabethinen, Linz. „Allerdings müssen diese Möglichkeiten bei den Patienten auch tatsächlich ankommen. Und das tun sie in offenbar nicht immer in ausreichendem Maß.“ Statistik Austria-Daten zufolge liegt in Oberösterreich die Spitaleinweisungsrate von HI-Patienten mit 4,07 pro 1.000 Einwohner deutlich über dem Österreichdurchschnitt von 3,1.

Regionale Pilotprojekte in Linz, Vöcklabruck und Rohrbach

Um Betroffene wohnortnahe zu betreuen, ist die Implementierung von strukturierten Disease Management Programmen (DMP) nötig. Die positiven Effekte solcher vernetzten Programme, wie sie auch die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) für die Versorgung von Patienten mit Herzinsuffizienz empfiehlt, wurden in zahlreichen Studien klar nachgewiesen. Dr. Ebner: „Auch die gerade im Rahmen der österreichischen Gesundheitsreform angestrebte Entlastung des stationären Bereichs würde damit gefördert.“

Die „Projektgruppe Herzinsuffizienz Oberösterreich“ hat jetzt ein strukturiertes Programm entwickelt, in das alle in den Betreuungsprozess involvierten Partner eingebunden sind, also neben den Patienten auch deren Angehörige, mobile Pflegedienste, Hausärzte, niedergelassene Fachärzte und Spezialisten im Krankenhaus. „Wir bauen also im Wesentlichen auf bestehenden Strukturen auf“, so Dr. Erwin Rebhandl, Allgemeinmediziner in Haslach, Vorstandsmitglied der Oberösterreichischen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (OBGAM) und Mitglied der Projektgruppe. „Wesentlich dabei ist, dass sehr klar definiert ist, wer wann welche Maßnahmen setzt.“

Zunächst soll in den Regionen Linz, Vöcklabruck und Rohrbach die Machbarkeit dieses umfassenden Betreuungskonzepts, die Akzeptanz durch die Beteiligten und der konkrete Nutzen getestet werden. „Wir sind zuversichtlich, dass wir zeigen können, dass sich die Rehospitalisierungs-Rate verringern und die Lebensqualität der Patienten steigern lässt“, betont Dr. Ebner. Die Chancen für eine Umsetzung stehen nicht schlecht: Die Arbeitsgruppe „Best Point of Service“, der das Land Oberösterreich und die OÖGKK angehören, wird sich in ihrer nächsten Sitzung mit dem Projekt befassen und über eine mögliche Finanzierung entscheiden.

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