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Kardiologie 5. Dezember 2014

Tödlich wie Krebs

End-of-Life-Fragen gewinnen im Management der Herzinsuffizienz immer mehr an Bedeutung.

Das Mantra, die Prognose der Herzinsuffizienz als ident mit den häufigsten malignen Erkrankungen darzustellen, spiegelte sich in der Otto Hess Lecture eindrücklich wider. Unter dem Titel „cardiac cancer“ zeigte Oswald Oelz in bewusst provokanter Rede die Versäumnisse auf, die nach seiner Erfahrung in der Kommunikation vieler Kardiologen mit ihren Herzinsuffizienzpatienten bestehen. Oelz verwies auf die Worte, die der an Krebs erkrankte Steve Jobs 2005 an die Stanford-Absolventen richtete: „Die Überlegung, dass ich bald tot sein werde, ist für mich die wichtigste Hilfe bei den wirklich großen Entscheidungen im Leben.“ Diese Aussage zeigt, dass die mangelnde Kommunikation der „end of life“-Fragen den Patienten wichtige Chancen vorenthält.

Im Vortrag von Paul Mohacsi über die LVAD-Langzeittherapie sind nicht zuletzt auch die ethisch schwierigen Fragen, für welchen Patienten und zu welchem Zeitpunkt diese extreme Therapieform geeignet ist, sensibel und differenziert angeklungen. In den ESC-Guidelines heißt es dazu: „end of life care should include avoidance of circumstances which may detract from a peaceful death.“ Dem ist hinzuzufügen, dass diese Gedanken auch vor jeder Implantation von Devices (AICD/LVAD) angestellt und dem Patienten im Sinne Steve Jobs auch umfassend und empathisch vermittelt werden müssen, damit der Betroffene eine faire Chance bekommt, selbst über sein Leben und Sterben entscheiden zu können.

Dr. Franz Gremmel, FA für Innere Medizin und Kardiologie, Wien

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