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DMP – umfassender Ansatz, der trägt.
 
Kardiologie 5. Dezember 2014

DMPs in die Regelversorgung implementieren

Im Rahmen der Sitzung Langzeitbetreuung wurde betont, dass Registerdaten zur chronischen Herzinsuffizienz eine deutliche Diskrepanz zwischen der von Leitlinien empfohlenen und der tatsächlich eingesetzten Therapie zeigen. Besonders auffällig ist diese Diskrepanz bei der Umsetzung von Disease Management Programmen (DMPs), welche in den aktuellen Leitlinien der ESC mit der höchsten Empfehlung (Klasse Ia, Evidenzgrad A) versehen sind. Die flächendeckende Umsetzung solcher Programme steckt in den drei Ländern, Schweiz, Deutschland und Österreich zwar noch in den Kinderschuhen, jedoch laufen in jedem Land bereits sehr erfolgreiche Projekte, sodass die Integration von Disease Management Programmen in die Regelversorgung der Herzinsuffizienz in nicht allzu ferner Zukunft zu erhoffen ist. Die Möglichkeiten des Telemonitorings spielen hier eine wichtige Rolle.

Durch die Übertragung von Parametern wie Gewicht, Herzfrequenz und Blutdruck kann eine Optimierung der medikamentösen Therapie erreicht bzw. eine sich anbahnende Instabilität frühzeitig erkannt und somit eine zeitgerechte medikamentöse Intervention unterstützt werden. Ein Telemonitoring hat sich vor allem in den ersten Wochen nach Hospitalisierung wegen kardialer Dekompensation als sehr effizient erwiesen.

Mittel- bis langfristige Nachhaltigkeit ist jedoch an eine stetige Optimierung der evidenzbasierten Herzinsuffizienztherapie und an eine gestärkte Eigenkompetenz des Patienten, d.h. verbesserte Medikamenten- und Diätadhärenz sowie rechtzeitiges Erkennen von Dekompensationszeichen gebunden. Das erfordert eine eingehende Schulung durch entsprechend ausgebildetes Pflegepersonal („Herzinsuffizienz-Schwester“).

Neben intensiver Patientenschulung, anhaltender Therapieoptimierung und regelmäßigem Monitoring schließt ein effizientes DMP auch ein entsprechendes Entlassungsmanagement sowie die frühzeitige und damit effiziente Intervention bei neuerlicher Verschlechterung der Erkrankung mit ein.

Univ.-Prof. Dr. Gerhard Pölzl, MU Innsbruck

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