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© Ivan Ivanov/iStock/Thinkstock
Männer mit Herzstillstand werden doppelt so häufig reanimiert wie Frauen in dieser Situation.
 
Kardiologie 5. Dezember 2014

Herzstillstand – Prognose bei Frauen und Männern

Geschlechtsspezifische Unterschiede scheint es bei verschiedenen kardialen Ereignissen zu geben. So auch bei der Reanimation nach Herzstillstand, wie beim AHA zu vernehmen war.

Eine niederländische Kohortenstudie untersuchte das Überleben nach extrahospitalem Herzstillstand zwischen 2006 und 2012 anhand der Auswertung von Totenscheinen von Erwachsenen (> 20 Jahre).

Während des angegebenen Zeitraums wurden 22.443 Fälle von Herzstillstand erfasst, 52,8 Prozent davon bei Männern. Insgesamt wurden bei 6.038 Personen Wiederbelebungsversuche unternommen, größtenteils bei Männern (72,5%). Frauen wurden seltener reanimiert und hatten auch niedrigere Erfolgsraten nach versuchter Wiederbelebung (34,4% vs. 48,8%, p < 0,001). Benachteiligt waren Frauen auch insofern, als ihre Chancen, durch medizinisches Personal Wiederbelebungsmaßnahmen zu erhalten, signifikant niedriger als die der Männer waren (15 vs. 35%).

Zum unterschiedlichen Ergebnis könnten auch soziale und biologische Faktoren beigetragen haben. So lebten ältere Frauen öfter alleine oder es lagen bei ihnen unterschiedliche Symptome bzw. mehrere kardiale Ursachen für den Herzstillstand vor.

Nach Reanimation haben Frauen eine bessere Prognose

Eine retrospektive Analyse verschiedener medizinischer Datenbanken im Zeitraum zwischen 1948 und 2014 untersuchte ebenfalls den Überlebensunterschied nach Herzstillstand bei Männern und Frauen.

Dazu wertete eine französische Arbeitsgruppe 12 Studien mit über 400.000 Patienten hinsichtlich Krankenhausentlassung nach überlebtem extrahospitalem Herzstillstand aus.

Es zeigte sich, dass weibliche Cardiac Arrest Survivor älter waren und ungünstigere medizinische Voraussetzungen als männliche Überlebende hatten. So etwa trat bei Frauen der Herzstillstand öfter unbeobachtet ein. Nach Adjustierung dieser Unterschiede zeigte sich aber, dass mehr weibliche als männliche Patienten das Krankenhaus lebend wieder verlassen konnten, die Wahrscheinlichkeit dafür betrug 11%.

Das Paradoxon, dass Frauen, die einen Herzstillstand überleben trotz schlechterer medizinischer Voraussetzungen zum Zeitpunkt des Ereignisses im weiteren Verlauf dann besser abschneiden als die betroffenen Männer, ist anhand der vorliegenden Informationen nicht nachvollziehbar und bedürfe laut Aussage der Studienautoren weiterer Untersuchungen.

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