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Kardiologie 14. November 2014

Herzinsuffizienz

Darmbakterien können zur Gefahr werden

Bestimmte Darmbakterien sind bei Herzinsuffizienz möglicherweise eine Gefahrenquelle, wie US-Forscher jetzt herausgefunden haben. Ein Forscherteam um Dr. Stanley Hazen von der Cleveland Clinic im US-Bundesstaat Ohio ist schon seit längerer Zeit möglichen Verbindungen zwischen Gastrointestinaltrakt und der Entstehung kardiovaskulärer Erkrankungen auf der Spur. Als potenzielles Bindeglied zwischen einer veränderten Darmflora und einem erhöhten kardiovaskulären Risiko haben sie dabei vor allem das Molekül Trimethylamin-N-Oxid (TMAO) ins Visier genommen.

TMAO wird in der Leber aus dem Vorläufermolekül Trimethylamin (TMA) gebildet, das beim Abbau von Nahrungsstoffen wie Phosphatidylcholin und L-Carnitin durch Darmbakterien entsteht. TMAO steht im Verdacht, die Entwicklung von Atherosklerose zu begünstigen. Hazen et al. konnten etwa zeigen, wie L-Carnitin, das vor allem in rotem Muskelfleisch, aber auch in einigen Nahrungsergänzungsmitteln, enthalten ist, von Darmbakterien zunächst in TMA und dann in TMAO metabolisiert wird. Weitere Untersuchungsergebnisse belegen, dass auch das in Eiern reich vorhandene Phosphatidylcholin in TMAO umgewandelt wird.

In einer tierexperimentellen Studie konnten die Forscher zudem proatherogene Eigenschaften des Metaboliten TMAO nachweisen. Eine 2013 publizierte Studie der Gruppe kam zu dem Ergebnis, dass erhöhte TMAO-Plasmaspiegel – nicht aber notwendig eine bestimmte Art der Ernährung – prädiktiv für ein vermehrtes Auftreten von kardiovaskulären Ereignissen innerhalb der nächsten drei Jahre waren. In ihrer neuesten Studie richteten Hazen und seine Kollegen den Fokus erstmals auf Patienten mit Herzinsuffizienz. Bei 720 Patienten mit stabiler systolischer Herzinsuffizienz untersuchten sie prospektiv, ob zwischen TMAO-Spiegeln und der in einem Zeitraum von fünf Jahren beobachteten Gesamtmortalität ein Zusammenhang feststellbar sein würde.

Erhöhtes TMAO, erhöht Mortalität

Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe von 300 augenscheinlich gesunden Personen ohne Herzschwäche hatten Patienten mit Herzinsuffizienz signifikant höhere TMAO-Plasmaspiegel, hohe TMAO-Spiegel (› 8,51 μM) waren mit einer signifikant höheren Mortalität assoziiert als relativ niedrige Spiegel. Nach Berücksichtigung anderer Risikofaktoren einschließlich Störungen der Nierenfunktion schwächte sich die Korrelation mit dem Sterberisiko zwar ab, blieb aber weiterhin signifikant.

Eine prospektive randomisierte Interventionsstudie soll diese Ergebnisse überprüfen.

 

Literatur: J Am Coll Cardiol. 2014;64(18):m 1908; 1915-1916;

Springermedizin.de, Apotheker Plus 9/2014

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