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© Mediendienst.com/Foto Wilke
Ass. Prof. Dr. Diana Bonderman,MedUni Wien
 
Kardiologie 13. Oktober 2014

Riociguat bei Herzinsuffizienz

Für Patienten mit Lungenhochdruck im Rahmen einer linksventrikulären systolischen Dysfunktionist eine neue Therapieoption in Sicht. Die Aktivierung der löslichen Guanylatcyclase durch Riociguat schnitt in einer post-hoc-Analyse der LEPHT-Studie erfreulich gut ab.

Erstmals verbessert eine Therapie bei Patienten, die gleichzeitig unter einer Herzinsuffizienz mit reduzierter linksventrikulärer Auswurffraktion (HFrEF) und Lungenhochdruck leiden, die Lebensqualität und die Leistungsfähigkeit. Das zeigt eine Untersuchung von Ass. Prof. Dr. Diana Bonderman, Abteilung für Kardiologie, MedUni Wien, die auf dem Europäischen Kardiologenkongress in Barcelona vorgestellt wurde. Prof. Bonderman: „Je früher mit der Therapie begonnen wurde, desto wirksamer war sie.“

Nach der Behandlung mit dem Wirkstoff Riociguat gab eine überwiegende Mehrheit der 201 Studienteilnehmer an, dass sich die Lebensqualität deutlich verbessert habe, dass alltägliche Tätigkeiten wie Einkaufen gehen oder Stiegen steigen leichter gefallen seien.

Prof. Bonderman: „Eine wichtige Erkenntnis aus der aktuellen Studie ist, dass vor allem jene Patienten von der Therapie profitierten, bei denen die Erkrankung noch nicht weit vorgeschritten war. Sollte sich diese Substanzklasse in der Herzinsuffizienztherapie etablieren, so wird es sicherlich sinnvoll sein, betroffene Patienten möglichst in einem Krankheitsstadium zu behandeln, in dem die Lungengefäße und der rechte Ventrikel noch nicht vom Krankheitsprozess betroffen sind. Solche Patienten zeigten in der Studie die besten Ergebnisse. Gegenwärtig ist Riociguat für die Therapie der präkapillären pulmonalen Hypertonie zugelassen. „Für Patienten, die an einem Lungenhochdruck in Zusammenhang mit einer Herzinsuffizienz leiden, gibt es derzeit keine zugelassene Lungenhochdrucktherapie“, so Prof. Bonderman. „Aktuell gibt es sehr viel Aktivität auf diesem Sektor, sodass in den nächsten Jahren mit einem hohen Erkenntnisgewinn zu rechnen ist.“ Herzinsuffizienz mit gleichzeitigem Lungenhochdruck ist ein wachsendes Gesundheitsproblem mit hoher Sterblichkeit, vor allem bei älteren Menschen. Die Patienten sind hochsymptomatisch. Es kommt zu Dyspnoe, erheblichen Einschränkungen der körperlichen Belastbarkeit und der Lebensqualität. Den betroffenen Patienten fällt es schwer, den Alltag ohne Hilfe zu bewältigen und aktiv am Leben teilzunehmen.

 

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