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Dr. Mario Gerges, MedUni Wien
 
Kardiologie 13. Oktober 2014

Lungenhochdruck differenziert betrachten

Kardiologen der MedUni Wien und der Universität Catania in Sizilienist es gelungen, unterschiedliche Formen von Lungenhochdruck bei Herzinsuffizienz zu differenzieren.

Für eine erfolgreiche Behandlung der pulmonalen Hypertonie im Rahmen einer Herzinsuffizienz ist es entscheidend, welche Form des Lungenhochdrucks vorliegt: Ist ausschließlich die präkapilläre Strombahn betroffen oder hat sich der Schaden bereits auf den postkapillären Bereich der Lungenarterien ausgedehnt. Dieser Frage ging eine Arbeitsgruppe um Prof. Irene Lang, Abteilung für Kardiologie, Medizinische Universität, in Kooperation mit Wissenschaftlern der Universität Catania nach.

Ziel der Arbeit war eine systematische Unterscheidung der beiden Lungenhochdrucks-Formen bei Herzinsuffizienz, um damit eine bessere Basis für die Entwicklung neuer Medikamente zu legen. „Es ist davon auszugehen, dass unterschiedliche Therapiestrategien notwendig sein werden, je nachdem an welcher Form des Lungenhochdrucks der Patient leidet“, sagte Dr. Mario Gerges, Abteilung für Kardiologie, MedUni Wien, Erstautor der Studie, die in Barcelona beim Europäischen Kardiologenkongress präsentiert wurde.

Liegt schon ein Remodeling der Lungengefäße vor?

Die eine Form von pulmonaler Hypertension bei Herzinsuffizienz (HI) entsteht rein passiv als Folge einer Druckfortleitung vom linken Vorhof in die Lungenstrombahn. Betroffen von der Drucksteigerung ist vor allem die postkapilläre Lungenstrombahn. Die andere, schwerwiegender Form zeigt eine zusätzliche Krankheitskomponente in den Lungengefäßen selbst, die infolge lang anhaltender schwerer Druckbelastung und/oder zusätzlichem Sauerstoffmangel zu einem Remodeling der Lungengefäße geführt hat. „Es gelang in unserer Arbeit zu zeigen, dass diese kombinierte prä- und postkapilläre pulmonale Hypertension mit einer besonders schlechten Rechtsherzfunktion kombiniert ist“, so Dr. Gerges. Spezifische Therapien stehen bislang nicht zu Verfügung. Aber es sind derzeit weltweit zahlreiche Studien im Laufen, die die Effektivität und Sicherheit von Lungenhochdruck-spezifischen Therapeutika in diesem Patientenkollektiv untersuchen. Lungenhochdruck bei Herzinsuffizienz ist ein starker und wichtiger Prognoseparameter für die betroffenen Patienten und somit wahrscheinlich auch ein gut geeignetes Therapietarget.

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