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Dr. Andreas Leiherer, LKH Feldkirch, Kardiologe,
 
Kardiologie 13. Oktober 2014

Fetthormon zur Einschätzung des Infarktrisikos

Eine Studie des VIVIT-Insitutsbescheinigt dem Fetthormon Chemerin Potenzial als Biomarker zur Beurteilung des kardiovaskulären Risikos.

Die Ergebnisse der über vier Jahre laufenden Studie wurde auf dem Kongress der European Society of Cardiology (ESC) in Barcelona vorgestellt. Sie umfasste 495 Teilnehmer mit manifester koronarer Herzkrankheit. Ziel war es, die Häufigkeit des Auftretens kardiovaskulärer Ereignisse im Zusammenhang mit der Chemerin-Konzentration im Blut zu ermitteln. Patienten mit hohen Chemerin-Werten wiesen zu Studienbeginn nicht nur eine schlechtere Nierenleistung auf als solche mit normalen oder niedrigen Chemerin-Werten, dieser Unterschied verstärkte sich im Laufe des vierjährigen Beobachtungszeitraums auch noch deutlich. Gefürchtete kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall traten viel häufiger bei Patienten mit hohen Chemerin-Konzentrationen auf, unabhängig vom Vorliegen anderer kardiovaskulärer Risikofaktoren.

Chemerin wird in Fettzellen gebildet und spielt eine wichtige Rolle für deren Ausdifferenzierung und Stoffwechsel. Zudem ist es an diversen anderen Vorgängen beteiligt, etwa der Regulierung der Immunabwehr. Den Ergebnissen der angeführten Studie zufolge könnte es außerdem zur Identifikation von Patienten mit erhöhtem kardiovaskulären Risiko beitragen, fasste Dr. rer. nat. Andreas Leiherer vom Vorarlberg Institute for Vascular Investigation and Treatment (VIVIT) zusammen. Es könnte auch für das Therapiemonitoring oder sogar für die Entwicklung zukünftiger pharmakologischer Therapieformen nützlich sein, so der Studien-Erstautor.

 

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