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Schauplatz des ESC-Meetings war die Fira Barcelona.
 
Kardiologie 13. Oktober 2014

Ist Barcelona noch zu toppen?

Beim diesjährigen ESC-Kongress in Barcelona gab es das wahrscheinlich stärkste wissenschaftliche Programm aller Zeiten – inklusiv eine Studie, die die Pharmakotherapie der Herzinsuffizienz revolutionieren könnte.

Der heurige Kongress der European Society of Cardiology (ESC) war ein durchschlagender Erfolg. „Ich bin stolz meine Präsidentschaft mit dieser Veranstaltung zu beenden.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich der ESC-Präsident Prof. Dr. Panos Vardas sichtlich erfreut von über 30.000 Kongress-Teilnehmern. Mit 276 klinischen Hotline Präsentionen, 15 Clinical Trial Updates, 19 Register-Studien, fünf neuen Guidelines und 4597 Abstracts wird der diesjährige Kongress der European Society of Cardiologie als einer der größten und spannendsten in die Geschichte der Fachgesellschaft eingehen.

„Die Qualität der eingereichten Arbeiten war hervorragend“, betonte Prof. Dr. Keith AA. Fox, Vorstand des diesjährigen Programm Komitees. Er sieht neben der hohen wissenschaftlichen Qualität auch die moderne Präsentationstechnologie als einen der Gründe an, warum jedes Jahr mehr Menschen den „ESC“ besuchen. „Lebhafte Diskussionen und interaktive Elemente ermöglichen den Besuchern eine aktive Teilnahme. „Es soll mehr als eine Erinnerung an die wichtigsten Schlagzeilen bleiben“, so Fox. „Die Menschen nehmen neue Erkenntnisse mit nach Hause, die ihre tägliche Praxis verändern werden.“

Paukenschlag für neue Therapie der systolischen Herzinsuffizienz

Eine wirklich große Änderung könnte in der Therapie der Herzinsuffizienz bevorstehen. Das legen zumindest die in der Hotline-Session präsentierten Ergebnisse der PARADIGM-HF-Studie nahe, die mit einem Paukenschlage einen Paradigmenwechsel in der Therapie der Herzinsuffizienz anzukündigen scheint.

Wie auf Seite 12 im Detail zu lesen, ist der neue Wirkstoff LCZ696 dem ACE-Hemmer bei Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz in allen Belangen inklusive Mortalität signifikant überlegen. Trotz hervorragender Basistherapie und den Bestrebungen der Studienärzte, bei möglichst allen Patienten des Enalapril-Arms die Zieldosis des ACE-Hemmers zu erreichen, konnten mit LCZ696 signifikante Vorteile erzielt werden. „Mit den Ergebnissen von PARADIGM-HF gerät eine der bisher wichtigsten Säulen in der Therapie der systolischen Herzinsuffizienz - der ACE-Hemmer - ins Wanken“, betonte Priv. Doz. Dr. Deddo Mörtl, Oberarzt am Universitätsklinikum St. Pölten und Leiter der ÖKG-Arbeitsgruppe Herzinsuffizienz. „Die Resultate sind derart überzeugend, dass wir, sofern die Zulassung und Einführung des Wirkstoffes planmäßig laufen - auf eine baldige Überarbeitung der Guidelines für die Therapie der systolischen Herzinsuffizienz eingestellt sein sollten.“

Auch Prof. Dr. Kurt Huber, Vorstand der 3. Medizinischen Abteilung im Wilhelminenspital Wien, wo jährlich unzählige Herzinsuffizienzpatienten stationär und ambulant behandelt werden, setzt große Hoffnungen in die neue Substanz. „Vorausgesetzt es tritt nichts Unerwartetes ein, ist LCZ696 sicher ein Höhepunkt in der Pharmakotherapie kardiovaskulärer Erkrankungen überhaupt.“

Neben den vielen wissenschaftlichen Highlights war das Meeting in Barcelona auch aus organisatorischer Sicht ereignisreich. Der Vorstand wurde neu gewählt. Auf Prof. Panos Vardas folgt Prof. Fausto Pinto als neuer ESC-Präsident. Neuer President Elect ist Prof. Jeroen Bax. Beide freuen sich schon jetzt im nächsten Jahr den ESC-Kongress in London ausrichten zu dürfen und hoffen auf mindestens ebenso viele Kongressbesucher wie es heuer in Barcelona waren.

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