zur Navigation zum Inhalt
© privat
Dr. Jochen SCHULER, Salzburg
 
Kardiologie 22. August 2014

Spezifische Aspekte und Aufgaben in der niedergelassenen Praxis

Arbeitsgruppe 12 stellt sich vor

Und nach der Klinik in die Praxis… Viele Kollegen reiben sich die Augen, weil dort andere Dinge wichtig sind als im Spital: Ökonomie, Kommunikation, Marketing, Berufspolitik, etc.. Nun sind auf einmal Themen interessant, die zuvor keine Rolle spielten, etwa ob die Sozialversicherungen den Troponin T-Test bezahlt oder man bekommt auf einmal vorgerechnet, wann man welches Medikament verschrieben hat und ob man damit über oder im Gruppendurchschnitt liegt. Auch die Beziehung zu den KollegInnen an der Klinik verändert sich: Man ist nun „Zuweiser“, muss um Kathetertermine und Arztbriefe bitten und soll für die Umsetzung der empfohlenen Therapien sorgen, auch wenn man nicht ganz damit einverstanden ist. Die lokalen Diagnose- und Therapiestandards, wenn es denn welche gibt, werden meist ohne Einbeziehung der niedergelassenen Kollegen erstellt. Die Kommunikation in die eine wie in die andere Richtung ist auch im Zeitalter der Informationstechnologie schwierig und nur selten wird man als „betreuender Internist“ in die intramuralen Entscheidungen einbezogen, auch wenn man den Patienten und dessen Umfeld schon viele Jahre kennt.

Die „AG Niedergelassene Kardiologen“ in der ÖKG hat sich die Aufgabe gestellt, die Zusammenarbeit zwischen intra- und extramuralem Bereich zu verbessern. Dies beinhaltet u.a. die Schaffung vernetzter Strukturen (z.B. integriertes Disease Management), eine Optimierung der Kommunikation und des Berichtswesens, gezielte Fortbildungen und gemeinsame Erarbeitung lokaler Standards oder die Besprechung und Bearbeitung von Qualitätsproblemen. Die AG will ausdrücklich extramurale wissenschaftliche Aktivitäten fördern. Die ambulante Kardiologie ist sehr geeignet für Versorgungsforschung (Register), etwa zu den Themen Therapieadhärenz, Arzneimittelsicherheit oder Lebensqualität. Die AG will die niedergelassenen KollegInnen auch dabei unterstützen, wissenschaftliche Argumente für Verhandlungen mit den Sozialversicherungen zu finden, etwa zum aktuellen Konflikt der kassenärztlichen Vergütung von proBNP- und Troponin-Tests. Eine weitere wichtige Aufgabe der AG ist die inhaltliche Mitgestaltung der Jahrestagung. Die Tagung soll für niedergelassene KollegInnen noch interessanter werden.

Der Nukleus der AG umfasst aktuell 15 Personen. Bei der letzten Nukleussitzung wurde beschlossen, zweimalig im Jahr ein Treffen durchzuführen, einmal bei der Jahrestagung in Salzburg und einmal beim Kardiologie-Kongress in Innsbruck. Dort sollen vor allem medizinische und wissenschaftliche Themen besprochen werden. Die AG ist kein Podium für Berufspolitik. Auf der Nukleussitzung wurde vorgeschlagen, die ÖKG-Webseite intensiver zu nutzen und beispielsweise dort multimediale Patienteninformationen und nationale Behandlungsstandards zur Verfügung zu stellen. Wir wollen bald auch eine Umfrage unter niedergelassenen Kollegen per e-mail starten, um weitere Themen für die AG zu sammeln. Leider liegen uns nur unvollständige Adresslisten vor. Wer Interesse an der AG hat, soll bitte per e-mail mit uns Kontakt aufnehmen.

AG-Leiterin:

Dr. Edith HUBER, Salzburg

Mail:

Stv. Leiter:

Dr. Jochen SCHULER, Salzburg

Mail:

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben