zur Navigation zum Inhalt
© mauritius images
 
Kardiologie 22. August 2014

Hyperlipidämie steigert Brustkrebsrisiko

Zwischen einem hohen Cholesterinspiegel und der Häufigkeit von Brustkrebs besteht offenbar ein Zusammenhang, wie eine beim FCVB-Kongress vorgestellt Studie nahe legt.

Eine britische Arbeitsgruppe um Dr. Rahul Potluri von der Ashton University, UK, untersuchte die Krankenakte von über 600.000 Frauen im Hinblick auf Diagnosen, stationäre Aufenthalte und Mortalität über einen Zeitraum von 14 Jahren. Es zeigte sich, dass 22.938 Patientinnen eine Hyperlipidämie hatten und 9312 an Brustkrebs erkrankt waren. 530 der Frauen mit Hyperlipidämie entwickelten während des Beobachtungszeitraums Brustkrebs. Laut statistischer Berechnung war das Brustkrebsrisiko bei Vorhandensein einer Hyperlipidämie um den Faktor 1,64 erhöht (95% CI 1.50-1.79). Bei genauerer Analyse stellte sich das Cholesterin als ausschlaggebend für die Risikoerhöhung heraus. Freilich sei zu beachten, dass es sich um eine retrospektive Beobachtungsstudie handelt, so Potluri. Deshalb müssten die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden.

In Anbetracht des anerkannten Zusammenhangs zwischen Übergewicht und Brustkrebs seien die Ergebnisse jedoch eine wichtige neue Erkenntnis, die einer weiteren Abklärung wert sei. Angedacht sind Studien an Frauen mit und ohne Hypercholesterinämie, deren Brustkrebsrisiko prospektiv untersucht werden soll. Sollte sich der Zusammenhang bestätigen, wäre die nächste Frage, inwieweit eine lipidsenkende Therapie mit Statinen Einfluss auf das erhöhte Brustkrebsrisiko nehmen könnte. Potluri verwies in diesem Zusammenhang auf eine Studie aus dem letzten Jahr, bei der durch Senkung des Serumcholesterins im Tierversuch das Brustkrebsrisiko nachweislich reduziert werden konnte.

Statine sind leicht verfügbar und relativ sicher. Potluri: „Wir planen eine Studie mit einer Laufzeit von 10-15 Jahren, um das präventive Potenzial dieser Substanzklasse im Hinblick auf Brustkrebs zu untersuchen. Sollte sich unsere Vermutung bestätigen, wäre dies ein großer Gewinn, vor allem für hypercholesterinämische Frauen, die einer Hochrisikogruppe für Brustkrebs angehören.“

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben