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Dr. Gert Klug, MedUni Innsbruck
 
Kardiologie 28. Mai 2014

NT-proBNP nach STEMI korrelieret mit der aortalen Gefäßsteifigkeit

Eine verminderte aortale Elastizität scheint Rückschlüsse auf die Entwicklung linksventrikulärer Umbauvorgänge nach akutem Myokardinfarkt zuzulassen.

Wissenschafter der Universitätsklinik für Innere Medizin III konnten bereits in einer früheren Arbeit erstmals einen Zusammenhang zwischen der aortalen Pulswellengeschwindigkeit (PWV) und Markern erhöhter myokardialer Wandspannung vier Monate nach akutem ST-Hebungsinfarkt (STEMI) nachweisen. Die Ursache hierfür dürfte in einer Erhöhung der linksventrikulären Nachlast durch verfrühte Pulswellenreflexion begründet sein. In der vorliegenden Arbeit wurde der Zusammenhang zwischen der aortalen PWV und dem N-terminalen pro-B-Typ natriuretischem Peptid (NT-proBNP) 12 Monate nach STEMI prospektiv untersucht.

Methoden

50 Patienten mit akutem STEMI und erfolgreicher mechanischer Reperfusion wurden in die Studie eingeschlossen. Eine kardiale Magnetresonanztomographie wurde innerhalb der ersten Woche durchgeführt und nach 12 Monaten wiederholt. Dabei wurde die aortale PWV mittels geschwindigkeitskodierter Phasenkontrast- Sequenzen gemessen. Die NT-proBNP Konzentration wurde routinemäßig während des stationären Aufenthalts sowie im Rahmen der Kontrolle 12 Monate nach dem Akutereignis bestimmt.

Ergebnisse

Das mittlere Alter der Studienkohorte war 57 ± 12 Jahre. Die mediane PWV lag bei 7.0 m/s (IQR 5,8 m/s - 8.4 m/s). Zwölf Monate nach Infarkt lag die mittlere Infarktgröße bei 11 ± 6 % der linksventrikulären Muskelmasse und die mittlere linksventrikuläre Ejektionsfraktion bei 53 ± 11 %. Die mediane NT-proBNP Konzentration lag nach 12 Monaten bei 169 ng/L (IQR 97 ng/L - 335 ng/L).

In der univariaten Analyse korrelierte das NT-pro-BNP zum Zeitpunkt der Kontrolle nach 12 Moanten mit der aortalen PWV (r: 0.415, p = 0.003), dem Alter (r: 0.427, p = 0.002), dem end-systolischen Volumen (r: 0.291, p = 0.040) und der Infarktgröße (r: 0.460, p = 0.001). In der multivariaten Analyse stellte sich die PWV als unabhängiger Prädiktor eines erhöhten NT-proBNP Spiegels nach 12 Monaten heraus (Modell: r: 0.742, p< 0.001).

Schlussfolgerung

Die aortale PWV als Maß der aortalen Gefäßsteifigkeit ist mit einem erhöhten NT-proBNP Spiegel 12 Monate nach akutem STEMI assoziiert. Diese Daten lassen somit eine Rolle einer verminderten aortalen Elastizität in der Entwicklung linksventrikulärer Umbauvorgänge nach akutem Myokardinfarkt vermuten.

Diese Ergebnisse präsentiert Dr. Gert Klug am

Donnerstag, den 29. Mai, um

14.45 - 16.15 im Papageno-Saal

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