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Dr. Sebastian Reinstadler, MedUni Innsbruck.
 
Kardiologie 28. Mai 2014

Copeptin nach akutem Infarkt - eine kardiale MRT-Studie

Neue Biomarkergewinnen in der Risikostratefizierung von Patienten zunehmend an Bedeutung, so etwa Copeptin nach akutem Myokardinfarkt.

Erhöhte Copeptinspiegel nach einem akuten Herzinfarkt korrelieren mit ungünstigen kardialen Umbauvorgängen und einem schlechteren Überleben der Patienten. Wir haben deshalb erstmals den Zusammenhang zwischen Copeptinwerten, gemessen zwei Tage nach ST-Hebungsinfarkt, und der Infarktgröße sowie der myokardialen Funktion 12 Monate nach dem akuten Ereignis untersucht.

Methoden

Die Studienteilnehmer (n = 41) wurden innerhalb der ersten Woche nach Infarkt und 12 Monate später einer kardialen Magnetresonanz-Tomografie (MRT) unterzogen. Die Infarktgröße wurde mittels gadoliniumverstärkten „late enhancement“ Aufnahmen ermittelt, die myokardialen Funktionsparameter mittels „cine true FISP“ Sequenzen.

Ein Anstieg des end-diastolischen Volumens von mehr als 20 % über den Zeitraum von 12 Monaten wurde als Zeichen für ungünstige kardiale Umbauvorgänge definiert. Der Plasmacopeptin-Spiegel wurde anhand eines etablierten Assays bestimmt.

Resultate

Die Copeptinspiegel korrelierten positiv mit der akuten Infarktgröße (r = 0.42, p = 0.006) wie auch mit jener 12 Monate nach dem Ereignis (r = 0.40, p = 0.011). Darüber hinaus bestand ein signifikanter Zusammenhang zwischen Copeptin und dem akuten Schlagvolumen (r = -0.48, p = 0.002) und dem end-systolischen Volumen nach 12 Monaten (r = 0.32, p = 0.039).

Copeptin war jedoch nicht signifikant mit dem basalen end-systolischen oder end-diastolischen Volumen sowie dem end-diastolischen Volumen oder Schlagvolumen nach 12 Monaten assoziiert (alle p > 0.05).

Copeptin war signifikant mit der akuten und chronischen linksventrikulären Auswurffraktion korreliert (r = -0.49, p = 0.001, akut; r = -0.36, p = 0.022, chronisch). Die ROC-Analyse zeigte, dass Copeptin (AUC = 0.67, 95% CI 0.47- 0.86), mit einem optimalen „cut-off“ Wert von 11.8 pmol/l, eine 60%-ige Sensitivität und 69%-ige Spezifität für die Vorhersage von ungünstigen kardialen Umbauvorgängen hat.

Konklusion

Der Spiegel von Plasmacopeptin war signifikant mit der Infarktgröße und linksventrikulären Auswurffraktion 12 Monate nach einem akuten ST-Hebungsinfarkt assoziiert. Copeptin scheint somit ein hilfreicher Biomarker für die Vorhersage der myokardialen Funktion 12 Monate nach dem Akutereignis zu sein.

Unsere Ergebnisse unterstreichen die mögliche Rolle von Copeptin bei der Risikostratifizierung von Patienten nach einem ST-Hebungsinfarkt.

 

Diese Ergebnisse präsentiert Dr. Sebastian Reinstadler, am Donnerstag, den 29. Mai, um 16:30 - 18:00 im Papageno-Saal

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