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Dr. Martin Köstenberger, MedUni Graz.
 
Kardiologie 28. Mai 2014

Kinder und junge Erwachsenen mit Fallot’scher Tetralogie

Die neuen LV-RV Parameter MAPSE und TAPSE, bestimmt mittels M-Mode im Echo, geben Aufschluss über die Herzfunktion bei Patienten mit operierter Fallot’scher Tetralogie.

Die Adaptation des rechten Ventrikels (RV) an die chronische Volumensüberlastung bei operierten Patienten mit Fallot´scher Tetralogie (TOF) kann im Lauf der Zeit nicht nur zur Beeinträchtigung der RV-systolischen Funktion sondern auch zur linksventrikulär-systolischen (LV) Funktionseinschränkung führen. Eine prospektive Studie sollte die LV-RV Interaktion im genannten Patientenkollektiv klären.

Methoden

Die Studiengruppe umfasste 146 Kinder und junge Erwachsene mit operierter Fallot’scher Tetralogie. Neben den etablierten „Goldstandard“-Messungen im MRT (LVEF/RVEF und die entsprechenden endiastolischen Volumina LVEDVi und RVEDVi ) wurden longitudinal mittels Echokardiografie auch die mitral annular plane systolic excursion (MAPSE) und tricuspid annular plane systolic excursion (TAPSE) gemessen und den MRT-Messungen gegenübergestellt.

Ergebnisse

Es wurde eine positive Korrelation für MAPSE zur LVEF (r = 0.788; p < 0.001) gefunden. Operierte TOF-Patienten mit einem RVEDVi > 150 ml/m² zeigen eine reduzierte LVEF (r= -0.455; p< 0.001).

Ein Vergleich von Echokardiografie- zu MRT-Daten bei denselben Patienten zeigte eine signifikante Korrelation bei der LVEF (r = 0.880, p < 0.001), MAPSE (r = 0.869, p < 0.001) und der TAPSE (r = 0.780, p < 0.001). Patienten mit einer RVEDVi > 150 ml/m² zeigten eine mittlere MAPSE von 1.3 ± 0.26 cm, während Patienten mit einem RVEDVi < 150 ml/m² nur entsprechende MAPSE-Werte von 1.43 ± 0.20 cm erreichten (p < 0.01).

Conclusion

Die hohe Übereinstimmung zwischen MAPSE und LVEF Messungen unterstreicht die Verwertbarkeit der M-Mode Messung beim untersuchten Patientenkollektiv.

Unsere Daten zeigen, dass die simplen M-Mode Messungen der longitudinal systolischen Funktion (TAPSE und MAPSE) den MRT-Messungen, die als Goldstandard gelten, ebenbürtig sind.

Die Patienten mit einer reduzierten LVEF hatten erniedrigte MASPE Werte, was in Übereinstimmung zu Daten bei Erwachsenen ist.

Das bekannte Phänomen, dass mit ansteigendem Alter die LVEF bei einem Teil der TOF-Patienten abfällt und damit bei Erwachsenen auch die Mortalität steigt, konnten wir bei unseren Jugendlichen und jungen Erwachsenen nachvollziehen: Es zeigte sich bereits im jungen Erwachsenenalter eine sich negativ auswirkende RV-LV Interaktion, ein Befund, der die zusehends international geforderte regelmäßige Evaluationen auch der longitudinal-systolischen LV Parameter bei operierten TOF-Patienten unterstreicht.

Die MAPSE ist eine gute Alternative zur Bestimmung der systolischen LV-Funktion, speziell wenn das Endokard nicht rundum optimal visualisiert werden kann.

Diese Ergebnisse präsentiert Dr. Martin
Köstenberger am Donnerstag, den 29. Mai,
um 16:30-18:00 im Papageno-Saal

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