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Kardiologie 25. März 2014

Hämoglobin A1c ist ein besserer Prädiktor der Prognose nach einem akuten Koronarsyndrom ohne ST-Hebung als die Nüchtern- und Einlieferungsglukose

Grundlagen: Glukosemetabolismus ist ein wichtiger Prädiktor für die Prognose bei Patienten mit akutem Herzinfarkt (AMI). Die Plasma Glucose-Konzentration sowie glykosyliertes Hämoglobin (HbA1c) waren Prädiktoren für die Prognose. Vorherige Daten brachten aber widersprüchliche Ergebnisse. Wir untersuchten die prognostische Rolle der Plasma Glucose-Konzentrationen und HbA1c bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom ohne ST-Hebungen (NSTEACS).

Methodik: 106 Patienten mit NSTEACS (55 mit instabiler Angina und 51 mit Nicht-ST-Hebungsinfarkt) wurden im prospektiven Design inkludiert. Das durchschnittliche Alter war 66,1 Jahre, 61 % waren Männer. HbA1c wurde bei der Einlieferung gemessen, gemeinsam mit den anderen Standardlaborwerten. Die Nachbeobachtungszeit dauerte ein Jahr. Die Zielvariable schließt Tod durch kardiovaskulare Ursachen und Rehospitalisierung wegen eines anderen akuten Koronarsyndroms oder wegen der Herzinsuffizienz ein (Major Adverse Cardiac Events – MACE).

Ergebnisse: Der kombinierte Endpunkt erschien bei 43 (41 %) Patienten. Der durchschnittliche HbA1c-Wert war deutlich höher bei der Gruppe der Patienten mit Störungen (7,6 ± 2,6 vs. 5,8 ± 1,2, p < 0,05). Die logistische Regression identifizierte nur HbA1c (OR 1,6) und das männliche Geschlecht (OR 0,25) als unabhängige Prädiktoren des MACE. Die Kaplan-Meier-Analyse zeigte ein 2,7 mal höheres MACE-Risiko bei Patienten mit HbA1c > 6,5 %.

Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass nur HbA1c zum Zeitpunkt der klinischen Aufnahme und nicht die Nüchternglukose-Konzentration ein Prädiktor für die Mortalität und MACE bei Patienten mit NSTEACS ist. Diese Ergebnisse erweitern frühere Beobachtungen über den prognostischen Wert von HbA1c bei Patienten mit ST-Hebungsinfarkt auf die NSTEACS-Gruppe.

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