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Kardiologie 6. Dezember 2013

Vorhofflimmern fördert Herzinfarkte

Patienten mit Vorhofflimmern sind vor allem durch Schlaganfälle bedroht, die Insultrate ist vier- bis fünfmal so hoch wie ohne Vorhofflimmern. Mit der Rhythmusstörung steigt aber auch die Gefahr, einen Herzinfarkt zu erleiden. In einer rezenten prospektiven Studie war das Myokardinfarktrisiko fast verdoppelt (Soliman EZ et al, JAMA Intern Med 2013, online first).

An der REGARDS-Studie, einer der größten US-amerikanischen Kohortenstudien, waren 23.928 Männer und Frauen im mittleren Alter von 64 Jahren beteiligt, darunter 1631 (6,8%) mit der Diagnose Vorhofflimmern. Letztere waren erwartungsgemäß älter und hatten mehr KHK-Risikofaktoren als Studienteilnehmer ohne Vorhofflimmern. Während der fast siebenjährigen Beobachtungszeit wurden 648 Herzinfarkte registriert. Bei Patienten mit Vorhofflimmern betrug die Ereignisrate 12,0 pro 1000 Personenjahre und war damit exakt doppelt so hoch wie bei den Kontrollpersonen.

Frauen besonders gefährdet

Dieser Zusammenhang zwischen Rhythmusstörung und Herzinfarktrisiko blieb auch dann erhalten, wenn man berücksichtigte, dass die Vorhofflimmernpatienten mehr etablierte Risikofaktoren hatten: Nach Abgleich von Cholesterin, HDL, Raucherstatus, Blutdruck, BMI, Diabetes, Antihypertensiva-, Warfarin-, ASS- und Statineinnahme, relevanten Vorerkrankungen, Nierenfunktion und CRP hatten die Patienten mit Vorhofflimmern immer noch ein um 70% höheres Risiko für einen Herzinfarkt. Besonders infarktgefährdet waren Frauen – ihr Risiko stieg mit der Rhythmusstörung auf das 2,2-Fache. Das Alter hatte dagegen keinen Einfluss auf die Assoziation. Ein Indikator für die zusätzliche kardiale Gefährdung war der CHADS2-Score: Bei einem Score von mindestens zwei Punkten war das Herzinfarktrisiko um 95%, bei maximal einem Punkt nur um 40% erhöht. Gemindert wurde das Vorhofflimmern-bedingte Infarktrisiko durch die Einnahme von Warfarin, nicht aber von ASS.

Die Studienautoren folgern, dass Vorhofflimmern, welches bekanntlich durch einen vorausgegangenen Herzinfarkt gefördert wird, wiederum einen unabhängigen Risikofaktor für die Entstehung eines Herzinfarktes darstellt. Entzündliche, prothrombotische Faktoren dürften eine Rolle spielen. Alternativ könnte die Arrhythmie auch eine koronare Thromboembolie zur Folge haben, - ein Geschehen, dass als Herzinfarktursache möglicherweise unterschätzt wird.

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