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Kardiologie 26. November 2013

Komplett endoskopische Herzchirurgie kongenitaler Herzfehler im Vergleich zu traditioneller Herzchirurgie bei Kindern

Ziel: Um zu klären, welcher Therapie der Vorzug zu geben ist, wird die total endoskopische Herzchirurgie mit der konventionellen Herzchirurgie bei Kindern mit kongenitalen Herzfehlern im vorliegenden Artikel verglichen.

Methodik: Zwischen Mai 2000 und Dezember 2007 wurden 708 Kinder mit kongenitalen Herzfehlern in 2 Gruppen geteilt: eine Gruppe wurde komplett endoskopisch, die andere Gruppe konventionell operiert. Bei der endoskopischen Gruppe wurden alle Kinder endoskopisch mit peripherem kardiopulmonalem Bypass, transthorakaler Aortenklemmung und antegrader Kardioplegie operiert. Die konventionelle Gruppe wurde in traditioneller Weise operiert. Drei 1–2 cm große interkostale Ports im Bereich des rechten Thorax dienten als Zugang bei der endoskopischen Gruppe. Der intrathorakale Teil der Operation wurde ausschließlicher mittels zweidimensionalen Video unter Verwendung konventioneller Instrumente durchgeführt.

Ergebnisse: Ein direkter Verschluss des Vorhofseptums wurde in 74 Fällen durchgeführt, ein Verschluss mit Patch in 48, ein direkter Verschluss eines Ventrikelseptumdefekts in 158 Fällen ein Verschluss mit Patch bei 116 Fällen, assoziiert mit abnormaler Veneneinmündung in 3 Fällen, eine Mitralklappen Annuloplastie in 4 Fällen, subpulmonale Arterienmuskelresektion in 6 Fällen.

Schlussfolgerungen: Bei der konventionellen Gruppe war bei allen Operationen die traditionelle mediane Sternotomie der Operationszugang. Ein Vorhofseptumdefekt wurde bei 38 Fällen direkt verschlossen, bei 56 mit Patch. Bei 76 Patienten wurde ein Ventrikelseptumdefekt direkt verschlossen, mit Patch in 142 Fällen – mit assoziierter partiell abnormaler Venenverbindung in 24 Fällen. Eine Mitralklappen Annuloplastie wurde bei 8 Patienten und eine subpulmonale Arterienmuskelresektion in 18 Fällen durchgeführt.
Bei beiden Gruppen war die Mortalität im Spital gleich null.
Bei der endoskopischen Gruppe lag die Erfolgsrate bei 98,5 % (390 Kinder), wobei bei 4 Patienten die Inzision des Ports auf 5 cm erweitert werden musste. Eine Reoperation war bei 2 Kindern notwendig, ein Umsteigen auf die mediane Sternotomie war nie notwendig. Die mittlere Operationsdauer lag bei 132 ± 48 min, die Zeit am kardiopulmonalen Bypass und die Aortenklemmzeit 54 ± 16 min beziehungsweise 25 ± 8 Minuten. Schwere postoperative Komplikationen traten bei 9 (2,3 %, p < 0,05) Kindern auf. Die mittlere Operationszeit lag bei den konventionell operierten Kindern bei 118 ± 41 min (p < 0,05), die kardiopulmonale Bypasszeit beziehungsweise die Aortenklemmzeit bei 51 ± 13 und 21 ± 6 min (p < 0,05). Schwere postoperative Komplikationen traten bei 16 (5,1 %) Kindern auf. Auch die auf der Intensivstation verbrachte Zeit (8,3 ± 2,8 h versus 8,9 ± 2,9 h, p < 0,01) war ebenso wie die postoperative Drainage (120 ± 21 ml versus 433 ± 140 ml, p < 0,05), und die im Spital verbrachte Zeit (8,6 ± 1,8 Tage versus 11,5 ± 1,9 Tage, p < 0,05) statistisch signifikant unterschiedlich.
Die komplett endoskopisch bei geschlossenem Thorax durchgeführte Operation kongenitaler Herzfehler bei Kindern ist durchführbar und ein sicheres Verfahren. Die Ergebnisse waren mit denen der konventionellen Operationstechnik vergleichbar oder auf Grund der geringeren Verwendung von Blutprodukten und kürzerer Spitalsaufenthaltsdauer sogar besser. Der Zufriedenheitsgrad mit dem kosmetischen Ergebnis und das postoperative Wohlbefinden waren sehr hoch. Daher wird die endoskopische Operationstechnik in der Zukunft eine neue Popularität bei der Korrektur mancher Patienten mit kongenitalen Herzfehlern erreichen.

Yunge Cheng, Huaidong Chen, Wener Mohl, Xingzhu Liu, Zhongyi Si, Wiener klinische Wochenschrift 21/22/2013

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