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Kardiologie 20. November 2013

Resistente Hypertonie

Renale Denervierung: Neue Daten bestätigen anhaltende Wirkung.

Die renale Denervierung wird als interventionelle Therapieoption bei resistenter Hypertonie derzeit klinisch intensiv erforscht. Zwei neue Studien bestätigen eine dauerhafte Blutdrucksenkung durch katheterbasierte Verödung von sympathischen Nervenfasern entlang der Nierenarterien.

Die katheterbasierte renale Denervierung ist als Methode zur Behandlung von Patienten mit therapierefraktärem Bluthochdruck weltweit auf enormes Interesse gestoßen – nicht zuletzt bei den Herstellern medizintechnischer Geräte.

Eine Vielzahl neue Ablationssysteme

Folge war, dass innerhalb kurzer Zeit eine ganze Reihe von neuen katheterbasierten Ablationssystemen für die renale Denervierung entwickelt wurde. In klinischen Studienprogrammen werden sie derzeit auf Wirksamkeit und Sicherheit getestet. Ergebnisse zur Dauerhaftigkeit der Blutdrucksenkung nach Behandlung mit zwei neuen Systemen für die renale Ablationstherapie sind beim Kongress „Trancatheter Cardiovascular Therapeutics“ (TCT) in San Francisco vorgestellt worden.

EnligHTN-1-Studie

In der EnligHTN-1-Studie befindet sich derzeit ein von Unternehmen St. Jude Medical entwickeltes Multi-Elektrodensystem zur renalen Denervierung in der klinischen Prüfung. Teilnehmer sind 46 Patienten mit therapierefraktärer Hypertonie, deren Blutdruckwerte trotz Behandlung mit mindestens drei Antihypertensiva initial im Schnitt bei 176/96 mmHg lagen. Die 18-Monate-Ergebnisse hat Dr. Stephen Worthley aus Adelaide in Australien bei TCT-Kongress präsentiert. Wie Worthley betonte, konnte die Ablationsbehandlung bei allen Patienten ohne schwerwiegende periprozedurale Komplikationen durchgeführt werden.

Die renale Denervation führte zu einer schnellen und signifikanten Blutdrucksenkung, die sich innerhalb der bisherigen Beobachtungsdauer von 18 Monaten als anhaltend erwies. Schon nach einem Monat wurde eine Reduktion um 28/10mmHg beobachtet, die auch nach drei Monaten (-27/10mmHg), nach sechs Monaten (-26/10mmHg), nach zwölf Monaten (-27/11mmHg) und schließlich nach 18 Monaten (-24/10 mmHg) noch Bestand hatte.

Gemessen an einer Senkung des in der Praxis gemessenen systolischen Blutdrucks um mindestens 10mmHg konnten 77 Prozent aller Patienten nach 18 Monaten als Responder klassifiziert werden. Bei 68 Prozent lag der systolische Blutdruck zu diesem Zeitpunkt unterhalb der Schwelle von 160mmHg.

Zwischenergebnisse aus dem REDUCE-Studienprogramm

Prof. Dr. Horst Sievert aus Frankfurt stellte nach sechs und zwölf Monaten ermittelte Zwischenergebnisse aus dem REDUCE-HTN-Studienprogramm vor. Die Daten stammen von 146 Patienten mit resistenter Hypertonie, die mit dem Vessix-Denervationssystem behandelt worden waren. Trotz intensiver antihypertensiver Medikation (im Schnitt 5,2 Blutdrucksenker) lagen ihre Blutdruckwerte vor der Ablation noch bei 182/100mmHg. Nach sechs Monaten stellten die Untersucher eine Senkung um 24,6/10,3mmHg und nach zwölf Monaten eine Reduktion um 29,6/13,6mmHg fest.

Reduktionen bei ambulanter 24-Stunden-Messung geringer

Die bei der 24-Stunden-Blutdruckmessung beobachteten Reduktionen waren erwartungsgemäß geringer als bei der Praxismessung.

Bei der ambulanten Langzeitmessung betrugen die Ausgangswerte im Schnitt 153/88mmHg. Nach sechs und zwölf Monaten war eine signifikante Senkung um 8,5/5,9 mmHg respektive 11,2/6,3mmHg zu verzeichnen.

Quelle: 1. Stephen Worthley: Longer Term Safety and Efficacy of Sympathetic Renal Artery Denervation using a Multi-Electrode Renal Artery Denervation Catheter in Patients with Drug-Resistant Hypertension: Eighteen Month Results of a First-in-Human, Multicenter Study.

2. Horst Sivert: REDUCE-HTN Clinical Study Interim 6- and 12-Month Data; vorgestellt bei der 25th Annual Transcatheter Cardiovascular Therapeutics (TCT) Conference, 27. Oktober – 1. November 2013 , San Francisco

springermedizin.de/ob, Ärzte Woche 47/2013

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