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© Photodisc / Thinkstock / Getty
Reanimation mit Defibrillator.
 
Kardiologie 11. Oktober 2013

Herzstillstand im Spital

Herzalarm im Spital kann für das Reanimationsteam bedeuten, bei einem nicht bekannten Patienten innerhalb von Sekunden schwierigste Entscheidungen treffen zu müssen. Doch wie ist überhaupt der Outcome dieser Patienten?

Dieser Frage ging eine kroatische Arbeitsgruppe um Tomislav Ruzman nach und analysierte 309 komplett dokumentierte „in-hospital“ Reanimationsversuche. Ziel der Studie war es, die Charakteristika von „in-hospital“ Herzstillständen und der entsprechenden Wiederbelebungsmaßnahmen aufzuzeigen. Es wurden alle Wiederbelebungsprozeduren eines 5-Jahreszeitraums an der Universitätsklinik Osijek retrospektiv analysiert.

Die Ergebnisse: Opfer eines Herzstillstandes waren hauptsächlich ältere Patienten mit vielen schweren Begleiterkrankungen. In 85,6% der Fälle wurde die Wiederbelebung durch das Stationspersonal begonnen. Die Reanimationsteams erschienen innerhalb von 5 Minuten in 67% der Ereignisse. Allerdings wurde in 14,6% der Fälle mit der Reanimation verzögert, nämlich erst nach Eintreffen des Reanimationsteams, begonnen.

Die Studienautoren fanden einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen einer niedrigeren initialen Überlebensrate und der Dauer des stationären Aufenthaltes (p=0,001), dem Vorliegen einer zerebralen Ischämie (p=0,026) oder einer Kardiomyopathie (p=0,004) und der Dauer der kardiopulmonalen Reanimation (p=0,0041). Die initiale Überlebensrate war mit 14,6% sehr niedrig. Eine komplette Erholung trat nur bei 8 von 309 Patienten (2,6%) ein.

Als Hauptgründe für den schlechten Outcome erwiesen sich hohes Alter, multiple Komorbiditäten, spätes Erkennen des Herzstillstands, schlechte Reanimationskenntnisse, mangelhafte Ausrüstung, Abwesenheit von qualifizierten Wiederbelebungsteams und schlechte Organisation.

Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass eine Identifizierung von terminal chronisch kranken Patienten, bei denen eine kardiopulmonale Reanimation nicht sinnvoll erscheint, nicht vernünftig sei. Eine bessere Organisation und Schulung des Stationspersonals könne hingegen viel zu einem besseren Gesamterfolg beitragen.

 

Tomislav Ruzman et al. Wiener klinischen Wochenschrift, Volume 125, Issue 17-18 , pp 516-523

 

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