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Kardiologie 11. Oktober 2013

Ablationserfolg: Es kommt auf die Fibrose an

Ob die Ablation bei Vorhofflimmern gelingt, lässt sich anhand des mittels MRI bestimmten Fibrosierungsgrades gut vorhersagen. Die Erfolgrate ist am höchsten, wenn die fibrotischen Areale abladiert werden.

Diese ebenso überraschende wie provozierende Schlussfolgerung zog Dr. Nasir Marrouche aus Salt Lake City aus der DECAAF-Studie (Delayed Enhancement – MRI determinant of successful Catheter Ablation of Atrial Fibrilation Trial) – und sorgte damit für Diskussionsstoff in Amsterdam. Denn wenn er Recht hätte, wäre die bisherige Praxis der Pulmonalvenenisolation nicht immer die beste Strategie.

In die Studie aufgenommen wurden 260 Patienten mit Vorhofflimmern (VF), in zwei Dritteln der Fälle lag ein paroxysmales VF vor. Bei allen Patienten wurde in den 30 Tagen vor der Ablation eine hochauflösende Magnetresonanztomografie mit „delayed enhancement“ zur Darstellung des Fibrosierungsgrades im Vorhof durchgeführt.

Bei 177 der Patienten wurde drei Monate später die Untersuchung wiederholt und die verbleibende Fibrosierung quantifiziert. Beteiligt waren 15 Zentren in den USA, Europa und Australien, in Deutschland waren die kardiologischen Kliniken St. Georg in Hamburg, Universität Leipzig, Klinikum Coburg und Bad Nauheim involviert.

Nach drei Monaten hatten 88 der 260 Patienten (33,8 Prozent) Rezidive der Rhythmusstörung. Nach multivariater Analyse und Korrektur für andere Risikovariablen zeigte sich, dass das Ausmaß der Fibrosierung des Vorhofes deutlich mit den Erfolgsaussichten korrelierte: Bei Fibrosierungen im Stadium 1 (weniger als 10 Prozent des Gewebes) betrugen die Erfolgsaussichten 85,8 Prozent, bei Fibrosierungen im Stadium 2 (10–20 Prozent des Gewebes beschädigt) waren 63,3 Prozent der Ablationen erfolgreich. Im Stadium 3 (20–30 Prozent des Gewebes betroffen) sank die Rate auf 55 Prozent, im Stadium 4 auf 31 Prozent.

„Mit dem MRI können wir die Erfolgsaussichten bestimmen und Patienten mit schlechten Chancen den Eingriff ersparen. Das sind die Patienten mit Fibrosierungen im fortgeschrittenen Stadium 3 und 4“, erklärte Marrouche.

Fast noch interessanter scheint ein sekundäres Ergebnis der Studie, demzufolge die Ablationsstrategie ebenfalls einen Einfluss auf die Erfolgsaussichten hatte. „Wir fanden, dass die Ablation der Pulmonalvenen nicht mit dem Erfolg korrelierte“, so Marrouche. Wenn es aber gelang, besonders viel fibrotisches Gewebe zu abladieren, waren die Erfolgsaussichten besser. Offenbar spielt demnach in fortgeschrittenen Stadien das fibrotische Gewebe im Vorhof eine wichtige Rolle bei der Auslösung und Unterhaltung der Rhythmusstörung.

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