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Neue Technik ermöglicht kürzere Prozedurdauern und Durchleuchtungszeiten.
 
Kardiologie 11. Oktober 2013

Fortschritte bei der Ablation von VHF

Eine neue Ablationstechnologie mit speziellen Kathetern kann die Dauer eines Eingriffs bei Vorhofflimmern verkürzen und bringt damit Vorteile für Patienten und Behandler.

Ablationen werden seit mehr als zehn Jahren in der Therapie des Vorhofflimmerns eingesetzt. Aus neueren Studien ist bekannt, dass der Druck der Katheterspitze auf die Innenwand des Herzens einer der wichtigsten Faktoren für die Wirksamkeit der Ablation ist. „Seit Kurzem gibt es spezielle Ablationskatheter, die diesen Anpressdruck der Katheterspitze messen können“, sagte Priv.-Doz. Martin Martinek, Abteilung für Kardiologie, Krankenhaus der Elisabethinen, Linz und Erstautor einer beim ESC vorgestellten Studie. „Unsere Untersuchung belegt nun, dass die Nutzung dieser direkten Katheterkontaktmessung die Dauer des Eingriffes sowie der Durchleuchtung signifikant reduzieren kann.“

Diese Verkürzung der Eingriffszeit bringt Nutzen für Ärzte und Patienten, betonte Doz. Martinek. „Die Vorteile für den Patienten liegen in der kürzeren Dauer der Sedierung oder Narkose während des Eingriffes und der kürzeren Durchleuchtungsdauer. Kürzere Prozedurdauern und Durchleuchtungszeiten sind aber auch für den behandelnden Arzt wichtig.“ Nicht zuletzt sei der wirtschaftliche Faktor kürzerer Ablationszeiten für Katheterlabors und Krankenhäuser nicht zu unterschätzen, wobei gering höhere Katheterkosten gegenüber konventionellen Ablationskathetern gegenzurechnen seien.

Neue Kathetertechnik bereits in 8 Spitälern im Einsatz

Getestet wurde das neue Verfahren in Linz an 99 Patienten mit paroxysmalen (63%) oder persistierendem (37%) Vorhofflimmern. Die Ergebnisse wurden mit denen von 99 Kontrollpatienten verglichen, bei denen eine herkömmliche Ablation durchgeführt wurde. Die Prozedurdaten zeigten eine signifikante Abnahme der Ablationsdauer von 52±20 auf 44±17 Minuten (p=0,006) mit einer bemerkenswerten Reduktion der Gesamtprozedurdauer um 34 Minuten (p=0,0001; 225,8±53,1 vs. 191,9±53,3 min). Zusätzlich konnte, im Sinne des Strahlenschutzes, die Durchleuchtungszeit signifikant um 15,9 Minuten verkürzt werden (p=0,0001). Die prozedurale Komplikationsrate war in beiden Patientengruppen nicht unterschiedlich.

Die neue Kathetertechnik ist in Österreich bereits verfügbar und in acht Spitälern im Einsatz. „Künftige Studien müssen nun untersuchen, ob die Technik auch eine höhere Langzeiteffizienz der Ablation ermöglicht“, so Doz. Martinek.

 

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