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Dr. Sabine Steiner, Medizinische Universität Wien, ©

 
Kardiologie 23. August 2013

Therapie mit Wachstumsfaktoren bei PAVK

Die therapeutische Angiogenese wird als eine neue Therapieoption für Patienten mit PAVK postuliert. Die Ergebnisse einer aktuellen Metaanalyse zeigten jedoch keinen eindeutigen Nutzen.

Sabine Steiner

Insbesondere bei Patienten mit kritischer Extremitätenischämie, bei denen es zum Auftreten von Ruheschmerz oder Ulcera/Gangrän kommt und eine hohe Amputationsbedrohung der betroffenen Extremität besteht, ist der Bedarf an neuen, wirksamen Therapien groß. Neben etablierten pharmakologischen, endovaskulären und chirurgischen Behandlungsoptionen könnten diese Patienten von einer therapeutischen Angiogenese profitieren.

Verschiedene Endpunkte konnten in einzelnen Arbeiten verbessert werden, doch nie in der Mehrheit von Studien. Diese Ausgangssituation nahm unsere Arbeitsgruppe an der Abteilung für Angiologie, Klinik für Innere Medizin II, Medizinische Universität Wien, zum Anlass, einen systematischen Review durchzuführen. Anhand einer selektiven Literaturrecherche in den elektronischen Datenbanken Medline und Embase wurden 1163 Referenzen erfasst.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen

12 Originalarbeiten erfüllten die Suchkriterien. Es handelte sich dabei um randomisierte, kontrollierte Studien, bei denen die Wachstumsfaktoren VEGF, FGF, HGF, Del-1, HIF-1alpha mit Hilfe von Plasmidtransfer oder viralen Transfer durch intraarterielle oder intramuskuläre Injektionen verabreicht wurden. Die Qualität der eingeschlossenen Studien wurde bewertet und die Durchführung einer Metaanalyse geplant. Diese umfasste insgesamt 1494 Patienten, 29 Prozent davon waren Frauen. Die Mehrheit der Patienten litt unter einer kritischen Extremitätenischämie (64%).

Eine Subgruppen-Analyse wurde prädefiniert für Patienten mit Claudicatio intermittens sowie kritischer Extremitätenischämie. Folgende Studienendpunkte wurden erfasst:

Gesamtmortalität

Amputationen

Abheilung von Ulzera

Gehstrecke

Knöchel-Arm-Index

Es zeigte sicher weder ein signifikanter Nutzen noch Schaden durch eine pro-angiogenetische Gentherapie in Bezug auf die Gesamtmortalität (OR 0.88, 95% CI 0.62-1.26), Amputationen (OR 0.64, 95% CI 0.31-1.31) und Abheilung von Ulcera (OR 1.79, 95% CI 0.8-4.01). Kein Unterschied ergab sich zwischen Patienten mit Claudicatio intermittens und kritischer Extremitätenischämie.

Trotz vielversprechender Ergebnisse in einzelnen Studien konnte insgesamt kein eindeutiger Nutzen einer Gentherapie mit Wachstumsfaktoren bei PAVK festgestellt werden. Dies war auch unabhängig vom Stadium der Erkrankung.

Die Originalarbeit von Sabine Steiner und Alexandra Hammer, wurde in der Zeitschrift VASA (Ausgabe 5/13, Erscheinungstermin 2.9.2013) zur Publikation angenommen.

Sabine Steiner präsentiert diese Ergebnisse im Rahmen des ESC, am 31. August, Poster Session 1, 14- 18 Uhr, P351, Posters-Village 9

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