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Kardiologie 12. August 2013

Vorsicht Sommerhitze

Bereits Temperaturen von über 25 Grad Celsius belasten besonders Menschen mit Hypertonie oder Herzerkrankungen. Zudem verstärken blutdrucksenkende Medikamente die Wirkung auf den Kreislauf. Die Folge können Schwindel, Übelkeit und Herz-Kreislaufprobleme sein. Betroffene sollten bei Hitze daher täglich ihren Blutdruck kontrollieren und bei stark abweichenden Werten Rücksprache mit dem Arzt halten. Besonders vor Reisen in warme Gebiete sollten einige Vorkehrungen getroffen werden.

Steigen die Außentemperaturen von einem auf den nächsten Tag um mehr als fünf Grad, wächst die Herzinfarktgefahr für Menschen mit Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen um rund 60 Prozent. Denn durch die plötzliche Hitze drohen Herzrhythmusstörungen. Ein Risiko besteht auch, wenn die Temperatur wieder stark abfällt. Dann können sich die Herzkranzgefäße verkrampfen. „Hypertonie-Patienten sollten in diesen Situationen täglich ihren Blutdruck kontrollieren, ausreichend trinken und gegebenenfalls nach Absprache mit ihrem Arzt die Medikamente anpassen“, rät Prof. Dr. Hans-Georg Predel von der Deutschen Hochdruckliga. Bei beständig hohen Temperaturen sinkt der Blutdruck, da sich die Blutgefäße erweitern. Nehmen Patienten blutdrucksenkende Medikamente, kann dieser Effekt noch verstärkt werden. Die Folge sind Schwindel, Schwächeanfälle und im schlimmsten Fall ein Kreislaufkollaps. Sinkt der systolische Blutdruckwert dauerhaft auf 110 mmHg oder sogar darunter, sollten Betroffene ihren Arzt aufsuchen. Hier kann eventuell eine vorübergehende Dosisreduktion notwendig sein.

Vorkehrungen bei Urlaubsreisen

Auch bei Urlaubsreisen in Länder mit hohen Temperaturen sollten Menschen mit Hypertonie vorsorgen: Vor längeren Auslandsaufenthalten ein Gespräch mit dem Arzt führen, notwendige Kontrolluntersuchungen durchführen lassen, für eine ausreichende Menge an Medikamenten zu sorgen, das Messgerät, die Medikamente, aber auch bestenfalls die medizinischen Unterlagen samt Auflistung der Wirkstoffe der verwendeten Medikamente immer bei sich tragen. Darüber hinaus ist die Einnahme der Medikamente an die eventuelle Zeitverschiebung anzupassen, sodass keine Über- oder Untermedikation entsteht. „Menschen, die erst kürzlich einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erlitten haben oder bei denen sich die Dosierung und Art der Medikamente aktuell geändert hat, raten wir von Reisen ab“, so Predel. „Hier besteht besonderer Beobachtungsbedarf.“ Eine Temperatur- und Ortsveränderung bedeutet immer Stress und könne daher schädlich sein.

Quelle: Deutsche Hochdruckliga e.V.

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