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Mit niedriger Energie wird an der Katheterspitze die äußere Schicht der Gefäßwand auf ca. 60°C erhitzt und die hier laufenden Nerven punktuell verödet. Diese Prozedur wird in beiden Nierenarterien etwa sechs Mal an verschiedenen Stellen durchgeführt.
 
Kardiologie 10. Juni 2013

Heiße Methode gegen Hochdruck

Noch wirksamer mit mehr Ablationspunkten.

Das Verfahren der renalen Denervation zielt darauf ab, das Nervengeflecht im Umfeld der Nierenarterien durch Hitze teilweise zu beseitigen und dadurch den Blutdruck abzusenken.

Doz. Dr. Dirk Blondin vom Universitätsklinikum Düsseldorf berichtete am 94. Deutschen Röntgenkongress in Hamburg über seine Erfahrungen.

Mit Hitze an die Nervenfasern

Über die Leistenarterie wird ein Katheter eingeführt und zunächst in die eine, danach in die andere Nierenarterie vorgeschoben. Dort erfolgt dann eine Ablation: „Wir bringen mithilfe unterschiedlicher Systeme Hitze in die Gefäßwand, die so dosiert wird, dass wir im Bereich des Nervengeflechts eine Temperatur von 60 bis 70 Grad erreichen“, erklärt Blondin. „Das ist heiß genug, um die Nervenfasern zu zerstören, aber nicht so heiß, dass der Rest des Gewebes Schaden nehmen würde.“

Der Effekt dieser Behandlung ist teilweise sehr eindrucksvoll: „Wir haben mittlerweile Erfahrungen mit weit über 80 Patienten und sehen im Mittel eine Verringerung des systolischen Blutdrucks um 22 mmHg und des diastolischen Blutdrucks um 12 mmHg“, berichtet Blondin. Für viele Patienten wird die renale Denervation damit zum entscheidenden Schritt, der in Ergänzung zur medikamentösen Behandlung eine Normalisierung des Blutdrucks erlaubt.

Blondin und seine Kollegen präsentierten eine neue, retrospektive Studie, in der sie bei 39 Patienten untersuchten, wie umfangreich die Ablationen in den beiden Nierenarterien sein sollten. „Anfangs galt, dass vier Ablationspunkte pro Nierenarterie ausreichend sind. Wir können aber zeigen, dass die Ergebnisse besser sind, wenn die Zahl der Ablationspunkte erhöht wird“, so Blondin.

Gewinner sind auch Herz und Nieren

In der Studie hatten Patienten mit durchschnittlich 15 Ablationen (rechte und linke Nierenarterie zusammen gezählt) nach sechs Monaten signifikant niedrigere Blutdruckwerte als Patienten mit durchschnittlich nur zehn Ablationen. „Wir empfehlen deswegen, pro Nierenarterie mindestens sechs Ablationspunkte zu setzen, sofern die individuelle Anatomie der Blutgefäße das erlaubt.“

Besonders interessant ist, dass die renale Denervation neben der Blutdrucksenkung auch noch andere günstige Effekte auf das Herz-Kreislauf-System zu haben scheint. „Es gibt beispielsweise erste Daten, die darauf hindeuten, dass die Nierenfunktion günstig beeinflusst wird. Auch ein gewisser schützender Effekt auf das Herz wurde beobachtet“, berichtet Blondin.

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