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Kardiologie 4. Juni 2013

Sicher und zuverlässig

Stress-MR ist eine gute Alternative für den Nachweis von mykardialen Ischämien bei Patienten mit Vorhofflimmern.

Die Auswirkungen von Koronarstenosen können auch bei Patienten mit Vorhofflimmern durch die Adenosin-Stress-MR-Perfusion mit guter Bildqualität erkannt werden. Sie könnte daher eine geeignete Alternative für die Bewertung des Risikos und das Management von Patienten mit Vorhofflimmern hinsichtlich einer Wiedereröffnung der Koronargefäße darstellen. Das berichtete Doz. Dr. Rolf Gebker vom Deutschen Herzzentrum Berlin auf der 79. Jahrestagung der DGK in Mannheim.

Der Hintergrund: Vorhofflimmern ist eine weit verbreitete Herzrhythmusstörung, insbesondere im fortgeschrittenen Lebensalter. Die nicht-invasive Ischämiediagnostik kann bei diesen Patienten im Alltag ein Problem darstellen. So sind hier sowohl Computertomografie als auch SPECT und Stress-Echokardiografie in ihrer Aussagekraft deutlich reduziert, ergometrische Testverfahren werden von Patienten häufig abgebrochen.

Auch die Adenosin-Stress Perfusions-MR, die zwar ein gut etabliertes und verlässliches Verfahren ist, galt bei Vorhofflimmern bisher wegen der unregelmäßigen Herzschlagfolge als weitgehend ungeeignet. Die Untersuchung beinhaltet die Bestimmung der regionalen Myokarddurchblutung und der Myokardfunktion unter Einsatz des Gefäß-erweiternden Adenosin und zusätzlicher Gabe von Kontrastmittel.

Überraschend gute Bildqualität

Hinsichtlich des bis dato unbefriedigenden Repertoires an Ischämie-Tests für Patienten mit Vorhofflimmern führte das Herzzentrum Berlin eine Studie mit 38 Patienten mit Verdacht auf myokardiale Ischämie durch. Ziel dabei war, den Nutzen der MR-Bildgebung an einem 1.5Tesla-‹wbr /›Magnetresonanztomografen bei Patienten mit Vorhofflimmern und bekannter beziehungsweise vermuteter koronarer Herzkrankheit zu evaluieren.

Alle eingeschlossenen Patienten konnten erfolgreich untersucht werden. Die mittlere Bildqualität der Durchblutungs-Bildgebung war gut (1,73 ± 0,61 auf einer Skala von 1 bis 4).

Prognostischen Wert weiter untersuchen

Die so ermittelten Durchblutungsdefizite wurden dann mit den Ergebnissen der invasiven Koronarangiografie im Herzkatheter verglichen. Nicht koronar angiografierte Patienten wurden bezüglich kardiovaskulärer Ereignisse (kardiovaskulärer Tod, Myokardinfarkt, PTCA, Bypass-OP) nachverfolgt. Alle Patienten mit stressinduzierten Durchblutungsdefiziten wurden angiografiert.

Dabei wurden Koronarstenosen von mindestens 50 Prozent bei 8 Patienten und von mindestens 70 Prozent bei 7 Patienten festgestellt. 7 Patienten wurden trotz einer negativen MR-Untersuchung invasiv untersucht, in keinem dieser Fälle lag eine Stenose von über 70 Prozent vor.

Die verbliebenen 22 Patienten mit negativer Stress MR-Perfusion wurden über einen durchschnittlichen Zeitraum von 14 Monaten nachverfolgt. Keiner dieser Patienten erlitt ein kardiovaskuläres Ereignis.

„Angesichts der sicheren und zuverlässigen Durchführbarkeit der Untersuchungen im Rahmen unserer Studie sollte der prognostische Wert der MR-Perfusionsbildgebung nun anhand größerer Patientenzahlen ermittelt werden“, kündigte PD Rolf Gebker an.

79. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), April 2013, Mannheim.

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