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© hakusan / istockphoto.com
 
Kardiologie 4. Juni 2013

Herzkatheter: mehr Bildqualität, weniger Strahlen

Die Patienten auf dem Kathetertisch werden älter und kränker, die Interventionen zahlreicher und komplexer. Dies erfordert, die Balance zwischen Bildqualität und Strahlendosis fortlaufend zu optimieren.

Daten des Bundesamts für Strahlenschutz zeigen, dass 43 Prozent der Strahlenexposition durch medizinische Anwendungen verursacht wird, und etwa 1,5 Prozent der Krebstodesfälle pro Jahr auf diese Exposition zurückzuführen sind. Wenn man die kollektive effektive Strahlendosis betrachtet, nimmt das CT mit 60 Prozent den ersten Platz ein, gefolgt von Angiografien mit 20 Prozent.

Die Strahlenbelastung durch diese Verfahren für den Patienten und den Untersucher muss deshalb vermindert werden, sagte Prof. Christian Zugck, von der Internistischen Gemeinschaftspraxis Steiner & Thor in Straubing. In der Diagnostik der stabilen KHK gilt der Herzkatheter nach wie vor als Standard.

Wir befinden uns in dem Dilemma, dass wir eine immer höhere Bildqualität brauchen, aber immer mehr adipöse Patienten und Risikopatienten, z.B. mit Niereninsuffizienz untersuchen. Gleichzeitig wollen wir die Strahlenbelastung immer weiter vermindern, führen aber auch immer längere und komplexere Interventionen durch.

Auch unabhängig von neuen Technologien gibt es einfache Maßnahmen, die Strahlendosis zu vermindern, wie z.B. nur eine Durchleuchtung vorzunehmen, anstatt einen Film zu generieren oder eine Pulsrate von 7,5 statt 15/s zu verwenden. Mit dem AlluraClarity System von Philips kommt eine Durchleuchtung im Vergleich zum Film mit nur 10 Prozent Strahlung aus. Das Ergebnis kann per Tastenklick als Film abgelegt werden, sodass man dieselbe Information erhält. Ob man eine Pulsrate von 7,5 oder 15/s nimmt, macht kaum einen Unterschied in der Qualität des Ergebnisses aus, vermindert aber die Strahlenbelastung um 55 Prozent.

Ein weiterer Fortschritt in der Bildqualität wurde mit der Philips Clarity IQ Technologie durch Veränderung von über 500 Parametern erreicht: weniger Rauschen und Artefakte, ein schärferes Bild und schärfere Kanten sowie eine bessere Bewegungskompensation. Im Vergleich zum Allura Xper-System bringt das AlluraClarity-System bei halbierter Strahlendosis zumindest eine gleich gute Bildqualität. Die perkutane Intervention bei adipösen Patienten wird bei gleicher Dosis durch eine bessere Bildqualität erleichtert. Bei Patienten Niereninsuffizienz kann durch 1:1-Verdünnung die Hälfte der Kontrastmittelmenge eingespart werden.

 

 

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