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© Dr. Pierre-Francois Migeotte
Der schwebende Astronaut Hans Schlegel mit Peter Gauger vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.
 
Kardiologie 7. Juni 2013

Herzkraft in Schwerelosigkeit

Astronaut Hans Schlegel ist Testperson für Untersuchungen mit Ballistokardiografie.

Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover haben die Herzfunktion von Hans Schlegel, dem deutschen Astronauten während Parabelflügen überwacht. Man will damit die Herz-Kreislauffunktion der Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation ISS besser verstehen lernen, um gesundheitliche Probleme zu vermeiden, die nach der Rückkehr auf die Erde entstehen können. Auch Patienten profitieren von den Ergebnissen.

Im Weltall verändern sich Muskulatur, Knochen und Herz, was zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Um diesen entgegenzuwirken, entwickelte das Team um Prof. Dr. Jens Tank vom MHH-Institut für Klinische Pharmakologie, Hannover, gemeinsam mit russischen Spezialisten den Prototypen eines neuen Ballistokardiografen. Bei dieser Methode messen am Rücken angebrachte sehr empfindliche Beschleunigungssensoren den durch den Herzschlag erzeugten Impuls. So kann die Kraft eines Herzschlags berechnet werden und Veränderungen während des Aufenthaltes im All können erfasst werden. Die ersten Experimente im Weltall an Bord der ISS sollen ab 2014 erfolgen.

Trainingsmethoden auch für Patienten

„Ein besseres Verständnis, wie sich die Herzfunktion an Schwerelosigkeit anpasst, erlaubt es, effiziente Trainingsmethoden als Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Das vereinfacht die Rückkehr aus der Schwerelosigkeit. Auch Patienten kann dies nach langer Bettlägerigkeit den Übergang zum Alltag erleichtern. Denkbar wäre auch, bei Patienten mit Herzschwäche im häuslichen Umfeld die Herzfunktion mit der Ballistokardiografie per Telemetrie zu kontrollieren“, erklärt Tank.

Die Experimente führten die Forscher im April in Bordeaux durch. Dabei flog das Flugzeug mehrfach spezielle Manöver, sogenannte Parabeln, bei denen je für 22 Sekunden Schwerelosigkeit erreicht wird. „Wir sind sehr froh, dass wir Hans Schlegel für diese Experimente gewinnen konnten“, so Tank.

Das Deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) fördern dieses Projekt, an dem auch Forscher des Moskauer Instituts für Medikobiologische Probleme, des DLR, der Belgischen Royal Military Academy und der Universität von Kalifornien in San Diego beteiligt sind.

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