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Kardiologie 29. April 2013

Stabile Angina Pectoris

Verbessert antiischämische Therapie die Prognose?

Selbst bei vollkommen unauffälligen Koronargefäßen ist eine nachweisbare myokardiale Ischämie ein negativer prognostischer Faktor. Die antiischämische Hemmung des späten Natriumeinstroms könnte bei ausgewählten Patientenkollektiven kardiovaskuläre Ereignisse verhindern.

Beim HerzUpdate 2013 im März in Dresden stellte Doz. Dr. Dirk Westermann von der Charité Berlin eine aktuelle dänische Registerstudie zur prognostischen Bedeutung von myokardialer Ischämie beziehungsweise stabiler Angina Pectoris vor. Im Hinblick auf schwere kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) wurden über 11.000 Patienten ausgewertet, die wegen stabiler Angina Pectoris eine Koronarangiographie erhalten hatten. Als Vergleichskohorte dienten 5.705 herzgesunde Teilnehmer der Copenhagen City Heart Study (Eur Heart J 2012; 33 (6): 734–44).

„Patienten mit stabiler Angina Pectoris hatten auch bei diffuser, nicht-obstruktiver Koronarerkrankung und sogar bei makroskopisch völlig normalen Koronargefäßen ein gegenüber der Kontrollgruppe erhöhtes MACE-Risiko und auch eine erhöhte Gesamtmortalität“, berichtet Westermann.

Mit Blick auf die mögliche Beeinflussung kardiovaskulärer Endpunkte durch eine antiischämische Behandlung berichtete Doz. Dr. Samuel Sossalla, Universität Göttingen, über neue Daten zu Ranolazin, einem Hemmstoff des späten Natriumeinstroms in den Myozyten. In einer randomisiert-kontrollierten Studie erhielten 70 KHK-Patienten mit elektiver perkutaner Intervention (PCI) ab eine Woche vor Intervention entweder Ranolazin oder Placebo (Am Heart J 2012; 163: 1019–23).

In der Ranolazin-Gruppe war der myokardiale Ischämiemarker Troponin I nach der PCI bei neun Prozent der Patienten erhöht, in der Vergleichsgruppe waren es 34 Prozent. Dies korrespondierte mit einem deutlich geringeren Anteil von Patienten mit schweren kardiovaskulären Ereignissen innerhalb von 30 Tagen nach PCI, nämlich neun statt 28 Prozent.

Auch die Ergebnisse der MERLIN-TIMI-36-Studie, die Ranolazin bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom mit Placebo verglichen hatte, wurden noch einmal etwas weiter aufgedröselt. Schon bekannt war, dass Ranolazin in der Subgruppe der Patienten, die vor dem ACS bereits eine stabile Angina Pectoris hatten, Placebo hinsichtlich des primären Endpunkts überlegen war. Analysiert man nun nur jene Patienten, die eine stabile Angina Pectoris aufwiesen und die innerhalb von 30 Tagen eine PCI erhielten, dann schneide Ranolazin sogar im Hinblick auf kardiovaskulären Tod und Revaskularisationen günstiger ab als Placebo, so Sossalla.

springermedizin.de, Ärzte Woche 18/2013

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