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Doz. Dr. Alexander Ghanem mit Mausherz im Ultraschall.
 
Kardiologie 11. April 2013

Mikrobläschen stimulieren Herzregeneration

An Mäusen wurde erfolgreich eine Methode getestet, mit der sich die Folgen eines Herzinfarkts abmildern lassen. Winzige Gasbläschen werden im Herzen durch Ultraschall in Schwingung versetzt. Das steigert die Durchblutung, reduziert Narbengewebe und bessert die Herzleistung.

„Es gibt Versuche, das Narbengewebe mit Gentherapie oder Stammzellen zu behandeln, wir haben dagegen einen physikalischen Therapieansatz gewählt“, berichtet Doz. Dr. Alexander Ghanem von der Kardiologie des Universitätsklinikums Bonn. Die Forscher spritzten Mäusen, die zuvor einen Herzinfarkt erlitten hatten, mikroskopisch kleine, gasgefüllte Bläschen in den Blutkreislauf. Sobald die Mikrobläschen im Herz angekommen waren, wurden sie dort mittels fokussierten Ultraschalls in Schwingung versetzt. Durch diesen mechanischen Reiz wird die Durchblutung der Infarktareals verbessert und die Narbe wird kleiner.

Keine Herzschwäche bei behandelten Tieren

Zwei Wochen nach dem Herzinfarkt kam es in der Kontrollgruppe durch die Ausreifung des Narbengewebes zur erwarteten Verschlechterung der Herzleistung. Die mit den Mikrobläschen behandelten Mäuse bildeten hingegen keine Herzschwäche aus. Die Pumpfunktion war bei den therapierten Tieren im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich besser, die Menge des zugrunde gegangenen Herzmuskelgewebes deutlich kleiner.

Ultraschall regt Wachstumshormone an

Die Wissenschaftler fahndeten nach den Ursachen des erfreulichen Therapieerfolgs. Es zeigte sich, dass nach der Ultraschallbehandlung bei den Mäusen die Menge körpereigener Wachstumshormone im Herzen deutlich anstieg. Das ist offenbar der Grund, warum durch die schwingenden Mikrobläschen die Narbenbildung rückläufig war. Perspektivisch kommen für diese Nachbehandlung sämtliche Patienten nach einem akuten Herzinfarkt infrage.

Dörner J et al.: PLOS ONE 2013 ; doi : 10.1371/journal.pone.0056841

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