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Kardiologie 17. Jänner 2013

Hypertonie – weltweit „Killer“ Nummer 1

Ergebnis der „Global Burden of Disease Study“.

Bluthochdruck ist weltweit die größte Gefahr für die Gesundheit, gefolgt von Rauchen und Alkohol. Diese drei Faktoren rangieren inzwischen noch vor Mangelernährung im Kindesalter als Risiko, so ein Ergebnis der „Global Burden of Disease Study 2010“. Danach starben 2010 weltweit 9,4 Millionen Menschen an den Folgen des Bluthochdrucks.

Die Publikation der „Global Burden of Disease Study 2010 (GBDS 2010)“ ist auch für ein renommiertes Traditionsfachblatt wie „The Lancet“ ein außergewöhnliches Ergebnis. Das liegt nicht zuletzt an der gewaltigen Dimension dieses globalen Forschungsprojekts, das aus mehreren aktuell publizierten Einzelstudien besteht. Daran haben 486 Wissenschaftler an 302 Institutionen in 50 Ländern mitgearbeitet. Unter anderen ist auch die World Health Organization (WHO) beteiligt.

Systematische Analyse globaler Entwicklungen

Das Ziel war eine systematische und umfassende Analyse von Daten zu globalen Veränderungen und Trends bei Erkrankungen, unfallbedingten Verletzungen und Risikofaktoren seit 1990. In einer Studie dieses Projekts sind nicht weniger als 235 Todesursachen über 20 Altersgruppen in 187 Ländern unter die Lupe genommen worden.

Nach weltweit 46,5 Millionen Todesfällen im Jahr 1990 wurden 2010 insgesamt 52,8 Millionen Todesfälle registriert. Während 1990 der Anteil der nicht-übertragbaren Erkrankungen an den Todesursachen noch bei 50 Prozent lag, stieg er 2010 auf zwei Drittel (34,5 Millionen Todesfälle). Entsprechend nahm der Anteil übertragbarer Erkrankungen ab. Global war auch eine Veränderung des Anteils an Todesfällen in einzelnen Altersklassen zu beobachten, mit einer Abnahme im Kindesalter und einer Zunahme bei Menschen im Alter über 70 Jahre.

Jeder vierte Tod kardiovaskulär bedingt

Ischämische Herzerkrankungen und Schlaganfälle führten 2010 bei 12,9 Millionen Menschen zum Tod. Weltweit war damit jeder vierte Todesfall auf diese kardiovaskulären Erkrankungen zurückzuführen; 1990 war es noch jeder fünfte Todesfall. Bei 1,3 Millionen Todesfällen wurde Diabetes als Ursache ausgemacht – gegenüber 1990 eine Verdopplung.

Zwar variierten die Risikofaktoren n in den unterschiedlichen Regionen der Welt, so Dr. Majid Ezzati vom Imperial College London. „Insgesamt können wir aber eine wachsende Belastung für Risikofaktoren erkennen, die bei Erwachsenen zu chronischen Krankheiten führen, wie Krebs, Herzproblemen und Diabetes. Gleichzeitig sinkt der Druck durch Risiken, die mit Infektionen bei Kindern in Verbindung gebracht werden.“

Die drei häufigsten Risikofaktoren, die zur globalen „Last“ (burden) an Erkrankungen in erheblichem Maß beitragen, waren 2010 Hypertonie, Tabakrauchen (einschließlich Passivrauchen) und Alkoholkonsum. Zwei Jahrzehnte zuvor standen als Faktoren noch Untergewicht bei Kindern und Luftverschmutzung durch schädliches Heizmaterial an der Spitze.

Zu hohes Körpergewicht ist zum wachsenden Problem geworden. Lag dieser Faktor 1990 noch auf Platz 10 der Risiken, ist er nun bereits auf Platz 6 vorgerückt. Mehr als 3 Millionen Todesfälle waren 2010 auf einen zu hohen Body-Mass-Index (BMI) zurückzuführen.

 

Quellen: Lozano R, Naghavi M, Lim SS, et al. Lancet 2012; 380:2095-128; Lim SS, Vos T, Flaxman AD, et al. Lancet 2012; 380:2224-60;

springermedizin.de, Ärzte Woche 3/2013

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