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Kardiologie 17. Dezember 2012

Normale Herzzellen in Schrittmacherzellen umgewandelt

US-Forschern ist es bei Versuchen mit Labortieren gelungen, normale Herzzellen in Schrittmacherzellen umzuwandeln. Über ein harmloses Virus wurde ein menschliches Gen mit der Bezeichnung Tbx18 in die Herzzellen eingeschleust.

Das beschreiben die Wissenschaftler in einem am Sonntag im Fachblatt «Nature Biotechnology» veröffentlichten Artikel. Das Gen wandelte die normalen Herzzellen dann in Zellen um, die elektrische Impulse aussenden und so das Herz zum Schlagen bringen.

"Die neuen Zellen haben spontan elektrische Impulse ausgesendet und waren von ursprünglichen Schrittmacherzellen nicht zu unterscheiden", schreibt Hee Cheol Cho vom Cedars-Sinai-Herzinstitut in Los Angeles im US-Bundesstaat Kalifornien.

Die Technik - bei den Versuchen wurde sie bei Meerschweinchen und Ratten getestet - sei auch bei Menschen anwendbar. Die ersten klinischen Versuche an Menschen könnten womöglich bereits in zwei oder drei Jahren beginnen.

Das menschliche Herz besteht aus rund zehn Milliarden Zellen, weniger als 10.000 von ihnen sind Schrittmacherzellen, die nötig sind, damit das Herz Blut durch den Körper pumpen kann.

Durch die Umwandlung anderer Zellen in solche Schrittmacherzellen hoffen Forscher, Herzprobleme künftig ohne Medikamente oder elektrische Herzschrittmacher behandeln zu können. Ähnliche Versuche waren bisher bereits in Laborschalen gelungen.

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