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Kardiologie 27. Dezember 2012

Risiko höher bei weißer Hautfarbe

Menschen weißer Hautfarbe haben anscheinend ein höheres Risiko für das Auftreten von Vorhofflimmern als Menschen anderer ethnischer Herkunft. Dies legt eine bei der Jahrestagung der American Heart Association präsentierte Studie nahe.

Eine Gruppe von US-Forschern um Dr. Thomas A. Dewland aus San Fransisco hat in einer Studie Daten von mehr als zehn Millionen Patienten analysiert, die zwischen 2005 und 2009 in kalifornischen Kliniken behandelt worden waren. Bei 375.318 Personen war erstmalig aufgetretenes Vorhofflimmern der Grund für die Einweisung. Die Mehrzahl dieser Patienten (66 Prozent) waren Menschen weißer Hautfarbe, die übrigen waren entweder lateinamerikanischer (19 Prozent), asiatischer (9 Prozent) oder afroamerikanischer Abstammung (6 Prozent). Nach einer Adjustierung der Daten für potenzielle Störvariablen kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass das Risiko für die Entwicklung dieser Arrhythmie in der Population der Weißen signifikant höher war als in als jeder der drei anderen ethnischen Gruppen.

Die Unterschiede im Risiko waren am größten bei jenen Menschen, die noch keine anderen, das Arrhythmie-Risiko erhöhenden Begleiterkrankungen aufwiesen.

Bislang war aus Studien nur bekannt, dass Menschen afroamerikanischer Abstammung seltener Vorhofflimmern entwickeln als Menschen weißer Hautfarbe – obwohl die klassischen Risikofaktoren wie Hypertonie oder Diabetes bei ihnen häufiger zu finden sind.

Die neuen Daten sprächen gegen die Annahme, dass speziell Menschen schwarzer Hautfarbe besondere Faktoren aufweisen, die vor Vorhofflimmern schützen, so Dewland. Vielmehr sei davon auszugehen, dass bei Menschen weißer Hautfarbe bislang unbekannte Faktoren existieren, die mit einem erhöhten Risiko für Vorhofflimmern assoziiert sind.

springermedizin.de, Ärzte Woche 50/52/2012

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