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© Sebastian Schreiter / Springer V
 
Kardiologie 3. Oktober 2012

Koronare Stent-Implantation

Personalisierte Anti-Plättchen-Therapie verbessert die klinische Prognose.

Eine individuell abgestimmte Blutplättchen-hemmende Behandlung nach einer Stent-Implantation verbessert die Prognose von Patienten, die auf den Blutplättchenhemmer Clopidogrel nicht ausreichend ansprechen, wie eine Wiener Studie zeigt.

Wird bei Nicht-Ansprechern die Clopidogrel-Dosis bis zu vier Mal verabreicht bzw. werden Patienten auf den Blutplättchenhemmer Prasugrel umgestellt, so reduziert sich das Risiko von Stent-Thrombosen um das 7,9-Fache. In der Gruppe der individualisierten Therapie erlitten nur 0,2 Prozent der Patienten eine Stent-Thrombose, in der Gruppe der nicht individualisierten Therapie 1,9 Prozent. Darüber hinaus konnte das Risiko eines akuten Koronarsyndroms (instabile Angina pectoris, Herzinfarkt) mit individualisierter Anti-Plättchen-Therapie gesenkt werden: 0 Prozent gegenüber 2,5 Prozent. Das berichtet Doz. Dr. Joalanta Siller-Matula von der Medizinischen Universität in Wien auf dem Europäischen Kardiologenkongress, auf dem 30.000 aktive Teilnehmer aus mehr als 150 Ländern zusammenkamen.

Bedeutung der Thrombozyten-Aggregationsmessung

„Die MADONNA-Studie unterstreicht die Bedeutung der Thrombozyten-Aggregationsmessung bei Patienten mit Stent-Implantation unter Clopidogrel-Therapie und deutet darauf hin, dass die Überwachung der Wirksamkeit von Plättchenhemmern mit anschließender Therapieoptimierung in der gleichen Weise eingesetzt werden konnte, wie die Kontrolle der Wirkung von blutdrucksenkenden Medikamenten, blutfettsenkenden Medikamenten und sogar Antidiabetika“, so Erstautorin Siller-Matula.

Vorangegangen Messungen haben ergeben, dass bis zu 30 Prozent aller mit Clopidrogel behandelten Patienten nicht die erwünschte Hemmung der Blutplättchenaggregation erreichen. Durch diese Hemmung wird das Risiko für die Entstehung eines Blutgerinnsels reduziert. Zahlreiche Studien haben einen eindeutigen Zusammenhang zwischen unzureichender Plättchenhemmung mit Clopidrogel und der Prognose des Patienten gezeigt, der stärkste Zusammenhang ergab sich für kurzfristige Ereignisse wie Stent-Thrombosen.

In der MADONNA-Studie (Multiple electrode Aggregometry in patients receiving Dual antiplatelet therapy tO guide treatmeNt with Novel platelet Antagonists) wurden 798 Patienten untersucht und je nach ihrem Ansprechen auf die Behandlung zwei Gruppen zugeordnet: individualisierte Therapie oder nicht-individualisierte Therapie. In der Gruppe der nicht-individualisierten Therapie wurde die bisherige Behandlung nicht verändert, in der Gruppe der individualisierten Therapie erhielten die Nicht-Ansprecher bis zu vier Aufsättigungsdosen von Clopidrogel oder Prasugrel.

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