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Implantierbares Kunstherz Berlin Heart.
 
Kardiologie 1. Oktober 2012

Kinderklinik Innsbruck: Kunstherz hat bisher 18 Kinderleben gerettet

Seit dem Start des Kunstherz-Programms an der Innsbrucker Kinderklinik vor über zehn Jahren wurden 19 Kinder mit dem sogenannten "Berlin Heart" behandelt.

"Davon leben heute noch 18", sagte der Kinderkardiologe Ulrich Schweigmann am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz in Innsbruck. Erstmals wurde im Juni 2000 ein Bub an das Kunstherzsystem angeschlossen und blieb 168 Tage an der lebenserhaltenden Maschine. "Der Patient ist heute Mitte 20 und steht voll im Berufsleben", sagte der Arzt.

 

"Ein 'Berlin Heart' ist ein Kunstherz-System, das im Fall eines akuten Herzversagens die Pumpfunktion des Herzens übernehmen kann", erklärte Schweigmann. Das Implantat werde entweder eingesetzt, um abzuwarten, bis sich das eigene Herz erholt habe, oder bis ein geeignetes Spenderorgan gefunden sei. 400 Tage sei die längste Zeit gewesen, die ein junger Patient in Innsbruck am Kunstherz verbracht habe. "Die Patienten müssen dabei ständig überwacht werden und sind mit einer 96 Kilogramm schweren Maschine, die die Pumpe antreibt, verbunden", erläuterte der Kinderarzt die Behandlungsmethode.

"Das 'Berlin Heart' hat meinem Sohn das Leben gerettet", schilderte der Vater eines ehemaligen kleinen Patienten. Der heute siebenjährige Bub habe ein halbes Jahr an der Klinik verbracht. Schließlich habe sich sein Herz so weit erholt, dass das Implantat entfernt werden konnte. Eine Herztransplantation blieb dem Kind dadurch erspart.

Klinik besser als ihr Ruf

Die Innsbrucker Kinderklinik stand in den vergangenen Monaten wegen vermeintlicher Behandlungsfehler unter starkem Beschuss. "Die Klinik ist besser als ihr derzeitiger Ruf", versicherte Schweigmann. "Wir müssen Therapien und Medikamente einsetzen, die noch nicht zugelassen sind, um Kinder zu retten", erklärte Uwe Klingkowski, Leiter der Kinder-Intensivstation. Auch der anwesende Vater verteidigte das Krankenhaus und sagte, dass sein Sohn damals an drei Medikamentenstudien teilgenommen habe. "Ich bin heilfroh, dass alles versucht wurde, um ihn zu retten. Aber damit setzt sich ein Arzt natürlich einem hohen juristischen Risiko aus", meinte er.

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