zur Navigation zum Inhalt
 
Kardiologie 12. Juli 2012

Cardio-Patch auf’s geschädigte Herz

Mögliche Lösung für Einbringung in Zielgebiet

Mit Stammzell-präpariertem Biogewebe, einem „Cardio-Patch“, versuchen Forscher, neues Zellmaterial zur Reparatur zerstörten Herzgewebes an die richtige Stelle zu bringen. Im Rattenmodell der Abteilung für Pathologie und Immunologie der Universität Genf war der Versuch erfolgreich und führte zu Verbesserungen über das direkte Anwendungsgebiet hinaus.

Versuche, geschädigtes Herzgewebe mittels Stammzellen wieder zu regenerieren laufen bereits seit einigen Jahren, werfen jedoch immer wieder neue Probleme auf. Eines davon ist die punktgenaue Applikation der Stammzellen im Zielgebiet. Intravenöse Verabreichung und Injektionen können nicht nur ineffizient sondern auch potentiell schädigend sein. Embryonale Stammzellen haben sich aufgrund ihrer Fähigkeit, in grundsätzlich jeden Zelltyp zu entwickeln, als vielversprechend für die Erneuerung von Herzgewebe gezeigt, allerding überleben weniger als zehn Prozent der injizierten Zellen die Einpflanzung und davon kolonisieren tatsächlich nur zwei Prozent das Herz. Das Bestreben geht also dahin, besserer Einbringungswege zu finden. Die von den Genfer Forschern in Zusammenarbeit mit Kollegen von Lausanne durchgeführte Studie benutzte dafür ein Fibrinhydrogel, das sowohl biokompatibel als auch biologisch abbaubar ist, in das embryonale Mäusezellen (mESC) mittels des Wachstumsfaktors BMP2 eingebettet wurden. Die Zellen wurden mit supramagnetischen Eisenoxydnanopartikeln aufgeladen, um ihren Weg mittels MRT nachverfolgen zu können und den Forschern die Erfassung der lokalen und gesamten Herzfunktion zu erlauben. Die Gewebestücke wurden auf die Herzen der Laborraten verpflanzt, bei denen zuvor Herzinfarkte induziert worden waren. Sechs Wochen später zeigten die Herzen der Tiere mit den mESC präparierten Patches signifikante Verbesserungen verglichen mit jenen, die Patches ohne mESC erhalten hatten. Die Patches hatten sich aufgelöst, die Zellen hatten das durch den Infarkt zerstörte Gewebe kolonisiert und neue Blutgefäße bildeten sich in der Umgebung des transplantierten Gewebes, wobei sich auch in anderen Teilen des Herzens Verbesserungen zeigten.

Quelle: Vallée J-P et al.: Tissue Engineering and Regenerative Medicine: Embryonic Stem Cell-Based Cardiopatches Improve Cardiac Function in Infarcted Rats; Stem Cells Trans Med 2012; 1:248-260

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben