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Kardiologie 13. Juni 2012

Geht aufs Herz

Die Analyse gepoolter Daten mehrerer prospektiver Studien mit insgesamt fast 53.000 Patienten bestätigt, dass eine subklinische Hyperthyreose mit einer erhöhten kardiovaskulären und Gesamtmortalität assoziiert ist. Zudem besteht eine Assoziation mit einem erhöhten Risiko für Vorhofflimmern. Das höchste Risiko haben Patienten mit einem TSH-Wert unter 0,1 mIU/l.

 

Bisherige prospektive Studien und Metaanalysen konnten nicht die Frage beantworten, welchen Einfluss eine subklinische Hyperthyreose – definiert als ein TSH-Wert unter 0,45 mIU/l (Referenzwert: 0,4 – 2,5 mIU/l) bei normalen Werten von freiem T4 (fT4) – auf kardiovaskuläre Ereignisse hat. Deshalb haben Wissenschaftler um Dr. Nicolas Rodondi aus Bern die Daten von zehn prospektiven Kohortenstudien analysiert. Mehr als vier Prozent der Studienteilnehmer hatten eine subklinische Hyperthyreose. 3.653 von 22.437 Teilnehmern der Endauswertung entwickelten eine KHK, 785 der 8.711 Teilnehmer von fünf berücksichtigen Kohortenstudien ein Vorhofflimmern. Die statistische alters- und geschlechtskorrigierte Berechnung ergab eine um das 1,24-Fache erhöhte Gesamtsterberate in der Gruppe der Patienten mit subklinischer Hyperthyreose, die KHK-Sterberate war um das 1,29-Fache erhöht. Die Schilddrüsenfunktionsstörung war schließlich mit einem um das 1,6-Fache erhöhten Risiko für Vorhofflimmern assoziiert. Rodondi und seine Kollegen stellten zudem fest, dass das Risiko für KHK-Tod und Vorhofflimmern weiter stieg, wenn der TSH-Wert unter 0,1 mIU/l lag. Die Endokrinologen betonen, dass aufgrund dieser Ergebnisse keine Entscheidung darüber gefällt werden kann, ob eine Therapie die erhöhten kardiovaskulären Risiken verringern kann. Das könne nur eine große prospektive Studie leisten. Patienten mit subklinischem Hypothyreoidismus mit einem TSH-Wert zwischen 5 und 10 mIU/l dagegen profitieren offenbar von einer Therapie mit L-Thyroxin, wie eine aktuelle britische Studie mit fast 5.000 Patienten ergeben hat. Der Nutzen zeigt sich jedoch nur bei jüngeren Patienten zwischen 40 und 70 Jahren. Durch die Therapie kommt es seltener zu Symptomen einer ischämischen Herzkrankheit.

 

springermedizin.de/ple/FH, Ärzte Woche 24 /2012

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