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Herzschwäche ist mit Veränderungen in der Hirnsubstanz assoziiert.
 
Kardiologie 6. März 2012

Herzinsuffizienz schwächt auch kognitive Funktionen

Therapeutische Ratschläge sollten langsam und deutlich erteilt werden.

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz muss man nicht nur mit körperlichen, sondern auch mit mentalen Leistungseinschränkungen rechnen. Autoren des European Heart Journals konnten nun erstmals einen Verlust grauer Hirnsubstanz bei Herzschwäche objektivieren.

 

Wenn das Herz seiner Pumpfunktion nicht mehr ausreichend gerecht wird, geht dies mit nachlassenden kognitiven Funktionen einher. Morphologisches Korrelat dieser klinischen Symptomatik ist ein Verlust von grauer Hirnsubstanz in Regionen, die für mentale und emotionale Aktivitäten essentiell sind. Dies berichtet eine australische Autorengruppe aus Perth im European Heart Journal.

Compliance-Probleme infolge mentaler Überforderung

Die Befunde sollten nach Ansicht der Autoren Konsequenzen haben bei der Therapiestrategie: Komplexe Therapieschemata oder Anweisungen könnten manche Patienten mit Herzinsuffizienz mental überfordern und zu Compliance-Problemen führen.

Behandelnde Ärzte tuen deshalb gut daran, therapeutische Ratschläge langsam, deutlich und wiederholt zu erteilen. Wenn möglich, sollten Angehörige mit eingebunden werden.

Dem kognitiven Abbau vorbeugen

Darüber hinaus können den Patienten Maßnahmen empfohlen werden, welche dem kognitiven Abbau vorbeugen. Dazu zählt insbesondere, dass entsprechende Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck, Hyperlipidämie abgestellt bzw. kontrolliert werden. Außerdem sind regelmäßiges körperliches und mentales Training sowie soziale Aktivitäten geeignet, das Gehirn fit zu halten.

In der Studie hatten die Autoren bei 35 Patienten mit Herzinsuffizienz, 56 Patienten mit KHK sowie bei 64 gesunden Kontrollen kognitive Testungen sowie eine Magnetresonanzuntersuchung des Gehirns durchgeführt.

Es zeigte sich, dass Patienten mit Herzinsuffizienz in der „Cambridge Cognition Examination“ drei Punkte schlechter abschnitten als gesunde Kontrollen. Auch die KHK-Patienten erreichten zwei Punkte weniger als die Kontrollen, doch war dieser Unterschied nicht mehr signifikant.

Auf jeden Fall waren die kognitiven Defizite so groß, dass sie nicht mehr allein durch das Alter zu erklären waren, berichten die Autoren. Betroffen waren Kurz- und Langzeitgedächtnis sowie die psychomotorische Geschwindigkeit.

Verlust von grauer Hirnsubstanz

Die bildgebende Untersuchung des Gehirnes zeigte einen Verlust von grauer Hirnsubstanz sowohl bei den KHK-Patienten als auch bei den Patienten mit Herzinsuffizienz, wobei die Veränderungen bei den Patienten mit Herzschwäche deutlicher ausgeprägt waren. Betroffen waren Hirnareale, die für Gedächtnis, Nachdenken und Planung verantwortlich gemacht werden. Welche Mechanismen diesen Veränderungen zugrunde liegen, sei unklar, schreiben die Autoren. Ihren Befunden zufolge sei die verminderte ventrikuläre Pumpleistung wohl nicht die Ursache. Zukünftige Studien müssen nun zeigen, ob die Veränderungen fortschreiten und ob Rehabilitations- und Präventionsmaßnahmen dieser Entwicklung Einhalt gebieten können.

springermedizin.de

 

Quelle: Almeida O.P. et al.; Cognitive and brain changes associated with ischemic heart disease and heart failure. European Heart Journal doi: 10.1093/eurheartj/ehr-467.

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