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Kardiologie 1. Februar 2012

Schlafbezogene Atmungsstörungen und maligne ventrikuläre Arrhythmien bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz

EINLEITUNG: Bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz ist eine erhöhte Inzidenz schlafbezogener Atmungsstörungen (SBAS) bekannt. In dieser Studie wurde untersucht, ob Patienten mit der Kombination aus chronischer Herzinsuffizienz und SBAS nachts häufiger ventrikuläre Tachyarrhythmien (Couplets, nichtanhaltende ventrikuläre Tachykardien) aufweisen als Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz ohne SBAS. METHODE: Bei 63 Patienten, 49 Männer und 14 Frauen, mit chronischer Herzinsuffizienz (Ejektionsfraktion <45 %) wurden eine Polysomnographie sowie eine Langzeit-EKG-Registrierung durchgeführt. Das Alter der Patienten betrug im Mittel 59 ± 15 Jahre, der BMI 27 ± 5 kg/m2. Bei 56 % der Patienten lag eine ischämische, bei 44 % eine nichtischämische Herzerkrankung vor. 51 % der Patienten hatten eine Herzinsuffizienz der NYHA-Klasse III. ERGEBNISSE: Bei 42 der 63 Patienten konnte eine SBAS (AHI ≥ 5/h) nachgewiesen werden (67 %). 24 hatten eine primär zentrale (38 %), 18 eine obstruktive Atmungsstörung (29 %). Nicht-anhaltende ventrikuläre Tachykardien waren bei mehr Patienten mit SBAS als bei Patienten ohne SBAS nachweisbar (50 % vs. 19 %). Die Frequenz von NVT war bei den Patienten mit SBAS im Zeitsegment Nacht mit 0,48/h vs. 0,21/h verdoppelt, bei den Patienten ohne SBAS war kein relevanter Tag/Nacht Unterschied (0,23/h vs. 0,21/h) festzustellen. Der AHI korrelierte signifikant mit der Anzahl an NVT (r = 0,329, p < 0,01). Beim Vergleich der Couplets Tag vs. Nacht betrug die Häufigkeit bei den Patienten mit SBAS tagsüber 2,3/h, nachts 1,9/h, bei den Patienten ohne SBAS 2,0/h vs. 1,6/h. DISKUSSION: Schlafbezogene Atmungsstörungen sind bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz häufig zu finden. Sie prädisponieren zum Auftreten von nächtlichen höhergradigen ventrikulären Herzrhythmusstörungen.

Ulrich Koehler, Sandra Apelt, Werner Cassel, Olaf Hildebrandt, Christoph Nell, Stephan Ranft, Wolfram Grimm, Wiener klinische Wochenschrift 3/4/2012

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