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Kardiologie 21. Februar 2012

Erster resorbierbarer Stent in Linz implantiert

Der 58-jährige Leondinger mit einer koronaren Herzerkrankung ist wohlauf. Vergangene Woche wurde ihm, nach Angaben des Spitals, der erste bio-resorbierbare Stent - eine selbstauflösende Gefäßstütze - in ein Herzkranzgefäß eingesetzt. Das Implantat soll sich innerhalb von zwei Jahren völlig auflösen.


Stents bestehen normalerweise aus Edelmetall-Legierungen, wachsen nach der Implantation in die Gefäßwand ein und bleiben dort das ganze restliche Leben lang. Aber der Stent wird nur für einige Monate als Gefäßstütze benötigt, danach erfüllt er keine Funktion mehr. Er kann allerdings Probleme, etwa Blutgerinnsel, verursachen.


Ein Milchsäurepolymer


Deshalb setzt die Medizin nun auf bio-resorbierbare Stents aus Polylactid. Das Milchsäure-Polymer wird bereits als selbstauflösendes Nahtmaterial in der Chirurgie verwendet. Es stützt das Blutgefäß einige Monate lang, dann löst es sich auf, wird vom Körper in CO2 und Wasser aufgespalten und völlig resorbiert.

Zurück bleibt ein strukturell und funktionell normales Herzkranzgefäß. Eine medikamentöse Beschichtung des Stents soll verhindern, dass sich im Bereich der Implantation wieder eine Engstelle bildet.


Wenige weltweit implantiert


Weltweit wurden bisher 500 bio-resorbierbare Stents implantiert. Sie werden vorerst nur im Rahmen klinischer Studien bei geeigneten Patienten verwendet. AKh-Kardiologieprimar Franz Leisch, der den Eingriff durchgeführt hat, sieht in der Technologie einen möglichen Meilenstein.

"Technisch ließ er sich völlig problemlos implantieren. Durch die Resorption des Stentmaterials wird die Gefäßwand im weiteren Verlauf wieder ihre normale Beweglichkeit und Flexibilität bekommen", ist er überzeugt.

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