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Kardiologie 9. Februar 2012

Rechte Seite bevorzugt

Die Schlafgewohnheiten von Patienten können etwas mit einer bestehenden Herzerkrankung zu tun haben. Von der Trepopnoe zumindest ist bekannt, dass es sich hier um eine Form der Kurzatmigkeit handelt, die Patienten mit Herzinsuffizienz nur dann spüren, wenn sie auf der linken Seite liegen.

 

Bei rechter Seitenlage kommt es bei Patienten mit Herzinsuffizienz offenbar zur Entlastung des Herzens mit vermehrter Perfusion, vermehrtem Einstrom und gesteigerter Auswurffraktion. Das Phänomen, dass diese Patienten nicht auf der linken Seite schlafen können, wird mit Trepopnoe bezeichnet. Aber auch bei Erkrankungen eines Lungenflügels oder bei paroxysmalem Vorhofflimmern kann es von Bedeutung sein, ob beim Liegen ein zusätzlicher Druck durch das Herz oder auf das Herz erfolgt, so dass Patienten die meist schonendere Rechtsseitenlage einnehmen.

Wie Dr. Casper B. Meier, Kardiologe in Viersen, berichtet, klagen die meisten Patienten mit Herzinsuffizienz über Trepopnoe, weil sie nur schlecht auf der linken Seite liegen können. Er schlägt deshalb vor, bei Herzinsuffizienz zusätzlich zu den klassischen Symptomen Dyspnoe bei Belastung, Nykturie oder Gewichtszunahme auch die Trepopnoe in der Anamnese zu erheben und zu dokumentieren. Als Erklärung kommen vor allem hämodynamische Prozesse in Frage.

Im Liegen komme es zu einer Volumenverschiebung vom extrathorakalen zum thorakalen Raum. In Linksseitenlage wird die linksventrikuläre Füllung behindert, was in Rechtsseitenlage nicht der Fall ist. Spekuliert wird auch über eine Zunahme des intrapulmonalen Blutvolumens mit Aktivierung von „Lung irritant receptors“ und des „lung stretch receptors“. Sensorische Rezeptoren in der Lunge können demnach über einen Dehnungsreiz der Gefäße die Ursache der Dyspnoe in Linksseitenlage sein. Auch eine erhöhte Vagus-Aktivität in Linksseitenlage wird diskutiert.

springermedizin.de, Ärzte Woche 6 /2012

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