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Kardiologie 1. Jänner 2012

Rehospitalisierungsraten nach perkutaner Aortenklappenimplantation

ZIEL: Komorbiditäten stellen beträchtliche Herausforderungen an Screening, Selektion und Nachbeobachtung vor bzw. nach transkutaner Aortenklappenimplantation (TAVI) ebenso wie an die Prozedur selbst. Ziel der vorliegenden Studie war es, neben klinischen Endpunktdaten die Raten kardialer und nicht-kardialer Rehospitalisierungen der ersten 50 Patienten aus einem monozentrischen TAVI-Programm zu untersuchen. METHODEN UND RESULTATE: TAVI erfolgten mittels des transfemoralen retrograden CoreValve Systems. Die prozedurale Erfolgsrate lag bei 94 %; die intraprozedurale Mortalität betrug 2 %. Nach 30 Tagen waren 82 % der Patienten frei von einem kombinierten Sicherheits-Endpunkt, und nach sechs Monaten waren 76.1 % frei von einem kombinierten Effektivitäts-Endpunkt (modifizierte Kriterien des Valve Academic Research Consortium). Bis sechs Monate nach TAVI kam es unter den überlebenden Patienten bei 10,3 % aus kardialer Ursache und bei 43.6 % aus nicht-kardialer Ursache zu mindestens einer Rehospitalisierung. Die nicht-kardialen Ursachen einer Rehospitalisierung zeigten dabei eine breite Streuung über verschiedene medizinische Fachdisziplinen, entsprechend der hohen Prävalenz von Komorbiditäten. Anschließend bis zu einem vordefinierten Stichzeitpunkt (mittlere Nachbeobachtungszeit 9.9 Monate) fiel die Wahrscheinlichkeit einer Rehospitalisierung um die Hälfte (1.54 vs. 0.74 Spitalstage pro Patient pro Monat), bedingt durch eine Abnahme der nicht-kardialen Rehospitalisierungen. Der Karnofsky-Score vor und nach TAVI zeigte eine signifikante und anhaltende Besserung der Alltagsleistungsfähigkeit mittels retrospektiver Erhebung zum Stichzeitpunkt. SCHLUSSFOLGERUNG: Die Ergebnisse der vorliegenden Studie deuten darauf hin, dass die hohe Prävalenz von Komorbiditäten bei Hochrisiko-Patienten in einer hohen Rate an nicht kardialen Rehospitalisierungen während der ersten 6 Monate nach TAVI resultiert. Dennoch scheint die Verbesserung der Alltagsleistung infolge einer TAVI aus Sicht der Patienten substanziell zu sein.

Matthias Hammerer, Jochen Schuler, Johann Altenberger, Johannes Kraus, Erika Prinz, Melinda Matzinger, Maximilian Pichler, Matthias Heigert, Wiener klinische Wochenschrift 1/2/2012

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