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Kardiologie 14. Dezember 2011

Colchicin bei Herzflimmern

Colchicin zeigt sich schon wieder von einer neuen Seite: Das „Gichtmittel“ scheint auch postoperativem Vorhofflimmern nach einer Herzoperation vorbeugen zu können.

Eine italienische Forschergruppe um Dr. Massimo Imazio aus Turin hat in einer randomisierten placebokontrollierten Studie bei 360 herzoperierten Patienten untersucht, ob sich mit Colchicin ein Postkardiotomiesyndrom sowie Perikard- und Pleuraergüsse verhindern lassen.

Eine entsprechende Wirksamkeit konnte nachgewiesen werden. Auch die Auswirkungen auf die Inzidenz von Vorhofflimmern bei Patienten nach herzchirurgischen Eingriffen standen im Blickpunkt. Ergebnisse dieser Substudie präsentierte Imazio beim Kongress der American Heart Association (AHA) in Orlando.

Am dritten postoperativen Tag wurde die Therapie mit Colchicin oder Placebo begonnen und einen Monat lang fortgesetzt. In dieser Zeit entwickelten in der Colchicin-Gruppe 12 Prozent und in der Placebo-Gruppe 22 Prozent aller Patienten ein Vorhofflimmern. Der Unterschied entspricht einer relativen Risikoreduktion von 45 Prozent.

Dieser Vorteil machte sich auch bei der Dauer des Aufenthalts auf der herzchirurgischen Station bemerkbar. Diese war unter Colchicin im Schnitt signifikant um einen Tag kürzer (9,4 versus 10,3 Tage). Todesfälle und Schlaganfälle traten mit gleicher Häufigkeit auf (je 1,2 Prozent).

Noch hält Imazio es für verfrüht, auf Basis dieser positiven Ergebnisse Colchicin schon jetzt in die präventive Routinebehandlung nach Herzoperationen aufzunehmen.

springermedizin.de / FH, Ärzte Woche 50 /2011

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