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Professionelle Zahnreinigung hilft die Gefäße zu schützen.
 
Kardiologie 14. Dezember 2011

Infarktvorsorge auf dem Zahnarztstuhl

Tägliches Bürsten der Zähne alleine schützt Herz und Gefäße nicht.

Wer sich regelmäßig zur professioneller Zahnreinigung zum Zahnarzt begibt, tut nicht nur etwas für den Erhalt gesunder Zähne. Die dentalmedizinische Prophylaxe scheint sich auch auf Herz und Gefäßsystem günstig auszuwirken.

 

Auch wer seine Zähne mit der Bürste noch so oft und gut putzt, wird nie alle Ablagerungen entfernen können. Diese werden von Mundbaktieren gebildet und können bei krankhaften Zahnfleischveränderungen in den Blutkreislauf eindringen und die Bildung von Blutgerinnsel auslösen und damit das Herz gefährden.

Manche Stellen im Mundraum sind jedoch mit der Bürste nur schwer oder gar nicht zu erreichen. Gegen die sich bildenden Ablagerungen hilft daher nur eine professionelle Zahnreinigung mit Entfernung sowohl des oberhalb des Zahnfleisches als auch in Zahnfleischtaschen gelegenen Zahnbelags.

Schlechte Mundhygiene mit erhöhtem Risiko assoziiert

 

Nach epidemiologischen Beobachtungen ist eine schlechte Mundhygiene, deren Folge chronische Entzündungsprozesse im Zahnbereich sind, mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen assoziiert. Demnach könnte umgekehrt eine konsequente Mundpflege inklusive professioneller Zahnreinigung, die das Wachstum entzündlich wirksamer Bakterien reduziert, dieses Risiko womöglich senken.

Studie mit Daten von mehr als 100.000 Einwohnern Taiwans

Genau das scheinen Ergebnisse einer Studie von Forschern aus Taiwan jetzt zu bestätigen, die Dr. Zu-Yin Chen aus Taipei beim Kongress der American Heart Association (AHA) in Orlando vorgestellt hat.

Grundlage ihrer Studie bildeten die in einer nationalen Datenbank gespeicherten Gesundheitsdaten von mehr als 100.000 Einwohnern Taiwans. Die Hälfte von ihnen hatte mindestens einmal oder häufiger eine professionelle Zahnreinigung in Anspruch genommen, die andere Hälfte dagegen ganz darauf verzichtet.

Niedrigeres Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall

Der Beobachtungszeitraum betrug im Schnitt sieben Jahre. Festgestellt wurde, dass Personen, die ihren Zähnen mehr als nur das tägliche Bürsten als Pflege gönnten, ein relativ um 24 Prozent niedrigeres Herzinfarktrisiko hatten als Personen der zahnpflegefaulen Gruppe.

springermedizin.de / FH

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