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Übergewicht ist ein Risikofaktor für Diabetes und Herzkrankheiten.
 
Kardiologie 29. November 2011

Adipöse mit KHK-Risiken

Nachhaltiger Abspeckerfolg dank Verhaltensintervention per E-Mail und Telefon.

Mit einem praxisbasierten Gewichtsmanagement-Programm, das auf Verhaltensänderungen setzt und die Patienten über Telefon und E-Mail regelmäßig motiviert, gelingt eine signifikante Gewichtsreduktion.

 

Übergewicht ist ein wesentlicher Risikofaktor für Diabetes und Herzkrankheiten, insofern ist Gewichtsreduktion eine Herausforderung. Auf der Jahrestagung der American Heart Association wurde jetzt eine Studie vorgestellt, die Mut macht.

An der randomisierten und kontrollierten Zweijahresstudie hatten 415 übergewichtige Patienten (BMI 37) mit mindestens einem zusätzlichen kardiovaskulären Risikofaktor teilgenommen. Ziel war eine Gewichtsreduktion um fünf Kilogramm. Alle Patienten nahmen dazu eine kalorienreduzierte, gesunde Diät zu sich und bemühten sich um wenigstens drei Stunden körperliche Bewegung pro Woche. Außerdem führten sie über Ernährung, Sportstunden und Gewicht ein Tagebuch.

Gruppe 1 wurde darüber hinaus regelmäßig per Telefon motiviert. Die Patienten hatten zusätzlich Zugang zu einer Internetseite, auf der sie ihre Therapiefortschritte eintragen konnten und beraten wurden. Außerdem erhielten sie individualisierte E-Mails. Bei regelmäßigen Arztkontakten wurde der Status erörtert. Gruppe 2 erhielt das alles auch, plus zusätzlich individuelle und Gruppentreffen mit speziell geschulten Beratern. Gruppe 3 hingegen genoss keine Motivationshilfe.

95 Prozent der Patienten machten die Studie zwei Jahre lang mit. Patienten der Gruppe 1 und 2 nahmen innerhalb der ersten sechs Monate etwa sechs Kilogramm ab, eine Gewichtsreduktion von fünf Kilogramm über zwei Jahre konnte gehalten werden. In der Kontrollgruppe 3 nahmen die Patienten im Zweijahresverlauf nur 0,8 kg ab.

Einen Gewichtsverlust von wenigstens 5 Prozent erzielten 20 Prozent der Kontrollgruppe, aber jeweils 40 Prozent in den Interventionsgruppen. Einen Gewichtsverlust von über 10 Prozent erreichten 10 Prozent in der Kontrollgruppe und jeweils 20 Prozent in den Interventionsgruppen.

Individual- und Gruppenbetreuung unnötig

Die Autoren resümieren, dass die Verhaltensinterventionen geeignet sind, um eine nachhaltige Gewichtsreduktion über im Median 5 kg zu erreichen und mittelfristig aufrechtzuerhalten. Die entscheidende Rolle spielt dabei, dass die Patienten langfristig immer wieder motiviert werden. Die weniger aufwendige Motivation aus der Ferne über Telefon und Internet war allerdings nicht weniger effektiv als die aufwendigere und teurere Betreuung in Individual- und Gruppengesprächen. springermedizin.de/FH

 

Quelle: American Heart Association 2011, Orlando, USA

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