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Kardiologie 1. August 2011

Prasugrel vs. Ticagrelor beim akuten Koronarsyndrom: Welche Substanz im klinischen Alltag?

Das akute Koronarsyndrom (ACS) ist immer noch mit einer erheblichen Morbidität und Mortalität assoziiert. In den letzten beiden Dekaden galt die duale Antiplättchentherapie mit Clopidogrel und Azetylsalizylsäure als medikamentöser Therapiestandard bei Patienten mit ACS. Allerdings hat Clopidogrel auch einige Nachteile wie zum Beispiel ein verzögertes Einsetzen des Therapieeffekts, eine bedeutende interindividuelle Variabilität der Plättchenaggregationshemmung sowie eine reduzierte Wirkung auf Thrombozyten aufgrund von Medikamenteninteraktionen oder Einfluss von genetischen Polymorphismen. Aus diesen Gründen wurden neue Thrombozytenaggregationshemmer entwickelt. Zwei Substanzen der neuen Generation, nämlich Prasugrel und Ticagrelor, wurden von der "European Medicines Agency" (EMA) zugelassen und sind bereits in mehreren Europäischen Ländern verfügbar. Beide Medikamente wurden separat in einem "Mega-Trial" im Vergleich zu Clopidogrel untersucht. Beide Substanzen waren eindeutig effektiver hinsichtlich einer Reduktion eines kombinierten ischämischen Endpunktes im Vergleich zu Clopidogrel und sollten laut aktuellen Richtlinien bei Patienten mit ACS bevorzugt eingesetzt werden. Allerdings existiert bisher keine Studie, die die Wirkung und Sicherheit von Prasugrel und Ticagrelor direkt miteinander verglichen hat. In der Praxis steht die/der klinisch tätige Ärztin/Arzt deshalb vor der Entscheidung, welche Substanz sie/er verwenden sollen. Ziel dieses Manuskripts ist es deshalb, einen Überblick über die vorliegende Literatur zu geben und einen Leitfaden in der Entscheidungsfindung zwischen Prasugrel und Ticagrelor bei Patienten mit ACS für den klinischen Alltag zu liefern.

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