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Kardiologie 25. September 2011

Nach dem Infarkt kommt es auf die kleinen Gefäße an

Bei einem Herzinfarkt kommt es durch den Verschluss eines Herzkranzgefäßes zu einer Schädigung des Herzmuskels. Österreichische Kardiologen, die ihre Ergebnisse auf dem Europäischen Kardiologenkongress (ESC) präsentieren, konnten nun nachweisen, dass nicht nur die großen Arterien, sondern auch winzige Mikro-Gefäße eine entscheidende Rolle für das langfristige Schicksal der Patienten spielen.

Risikofaktor Mikrogefäße


Verschlossene Mikrogefäße bleiben auch bei einem längeren Beobachtungszeitraum der wichtigste Risikofaktor für kardiovaskuläre Ereignisse nach durchgemachtem Herzinfarkt, berichten Kardiologen von der Medizinischen Universität Innsbruck.

In die Studie wurden 129 Patienten eingeschlossen, bei denen infolge eine Herzinfarkts  eine Öffnung des verschlossenen Herzkranzgefäßes mittels Herzkatheter (Reperfusions-Therapie) durchgeführt werden musste. Zwei Tage nach dem Infarkt wurden die Patienten mittels MRI auf Obstruktion von Mikro-Gefäßen untersucht.

Beobachtungszeit von 52 Monaten

Nach dieser Zeit waren Daten von 103 Patienten verfügbar. Als Maßzahl für die Prognose der Patienten wurde die Zeit bis zum Eintreten eines „Komposit-Endpunktes“ gewählt, also Tod, Herzinfarkt, Schlaganfall, neuerliche Herzkatheter-Behandlung, Angina pectoris, Vorhofflimmern, Herzinsuffizienz und Spitalseinlieferungen.

Neu: Aussage zur langfristigen Bedeutung



„Während es bei Patienten ohne Obstruktion der Mikrogefäße im Median 1176 Tage dauerte, bis ein derartiges Ereignis eintrat, waren es bei den Patienten mit Mikro-Gefäßverschlüssen nur 785 Tage“,  berichtet Dr. Gert Klug, Erstautor der Arbeit. Auch wenn andere Parameter wie die Größe des Infarkts oder die Herzfunktion in die Analyse einbezogen wurden, blieb der Verschluss von Mikrogefäßen der wichtigste Risikofaktor für das Eintreten eines der erwähnten Ereignisse.

Studienleiter Univ.-.Doz. Dr. Bernhard Metzler: „Die Obstruktion der Mikrogefäße lässt sich mittels Magnetresonanz-Imaging (MRI) sichtbar machen und ist als Risikofaktor nach einem akuten Herzinfarkt bekannt. Allerdings gab es bislang kaum Studien, die Aussagen über die langfristige Bedeutung erlauben.“

Early microvascular obstruction after acute myocardial infarction predicts clinical long-term outcome: data from a 5 year follow-up; Klug G, Schenk S, Mayr A, Nocker M, Trieb T, Schocke M, Jaschke W, Pachinger O, Metzler B

 

PA der Österreichischen Kardiologengesellschaft (ÖKG) zum ESC 2011 , Ärzte Woche

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