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Kardiologie 1. Juni 2011

Ruhepuls und funktionelle Einschränkungen als prognostische Parameter bei herzinsuffizienten Patienten im tatsächlichen Leben. Daten aus dem Herzinsuffizienz-Register der ÖKG

HINTERGRUND: Ein hoher Ruhepuls (70/min oder mehr) ist bei ischämischer Herzinsuffizienz ein Prädiktor für eine eingeschränkte Prognose. Die Arbeitsgruppe Herzinsuffizienz der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft betreibt seit Mai 2006 ein Register für erstmalig zugewiesene Patienten, für die auch ein Follow-up nach 12 ± 3 Monaten vorgesehen ist. Hier berichten wir erstmals die Daten einer Auswertung im Hinblick auf den prognostischen Wert eines erhöhten Ruhepulses in diesem Kollektiv. METHODIK: Zwischen Mai 2006 und Oktober 2009 wurden insgesamt 1904 Patienten in das Register eingeschlossen. 1363 Patienten (72 %) waren im Sinusrhythmus. Kaplan–Meier Analyse und Cox-Regressionsanalyse wurden zur Bestimmung der Gesamt- sowie cardiovaskulären Mortalität in der Hochpuls- (70 Schläge/min oder mehr) und Niedrigpulsgruppe verwendet. Patienten ohne dokumentiertes Follow-up (n = 166) wurden bei Letztkontakt zensiert. ERGEBNISSE: Bei Erstvorstellung hatten 793 Patienten (58 %) einen Ruhepuls von 70 oder mehr, 562 Patienten hatten einen Ruhepuls unter 70/min, bei 8 Patienten war keine Herzfrequenz dokumentiert. Die Gruppen waren hinsichtlich Alter, Geschlecht und cardiovaskulärer Risikofaktoren vergleichbar, in der Hochpulsgruppe waren signifikant mehr aktive Raucher (23 vs 14 %; p = 0,001) und mehr valvuläre Ursachen einer Herzinsuffizienz (3 vs 1 %; p = 0,012). Patienten in der Hochpulsgruppe hatten signifikant höhere mediane NT-pro-BNP-Werte (1470 pg/ml, IQR 499–4188 pg/ml) als Patienten in der Niedrigpulsgruppe (784 pg/ml, IQR 314–2162 pg/ml; p < 0,001). Die NYHA-Klassen III und IV waren in der Hochpulsgruppe häufiger anzutreffen als in der Niedrigpulsgruppe (32 vs 22 %; p < 0,001), eine stark reduzierte linksventrikuläre Funktion (LV-EF ≤ 39 %) fand sich ebenfalls in der Hochpulsgruppe häufiger (71 vs 61 %; p < 0,001). In der Hochpulsgruppe wurden Betablocker seltener verabreicht (76 vs 86 %; p < 0,01), die Dosierungen waren aber vergleichbar mit der Niedrigpulsgruppe. 75 Patienten sind innerhalb von 3,5 Jahren verstorben, 38 davon an cardiovaskulären Ursachen. NYHA III und IV sowie ein Ruhepuls von 70/min oder mehr waren die besten Prädiktoren der Gesamtmortalität, die besten Prädiktoren für die cardiovaskuläre Mortalität waren NYHA III und IV. SCHLUSSFOLGERUNG: Eine hohe NYHA-Klasse sowie ein hoher Ruhepuls sind die besten Prädiktoren für eine schlechte Prognose bei chronischer Herzinsuffizienz.

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Friedrich M. Fruhwald, Hanno Ulmer, Richard Pacher, Gerhard Pölzl, Claudia Dornaus, Manfred Wieser, Christian Ebner, Susanne Reiter, Lalit Kaltenbach, Johann Altenberger, Wiener klinische Wochenschrift 11/12/2011

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