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Kardiologie 7. Juni 2011

Lebensgefahr durch Schmerzmittel

Bei Patienten mit Myokardinfarkt in der Anamnese sollten nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) sehr zurückhaltend eingesetzt werden. Schon eine einwöchige Behandlung erhöht ihr Mortalitäts- und Reinfarktrisiko. In einer dänischen Kohortenstudie mit Postinfarktpatienten ging die Einnahme von NSAR bereits nach einer Woche mit einem um 45 Prozent erhöhten Risiko für Tod oder Reinfarkt einher. Nach dreimonatiger Therapie betrug der Risikoanstieg 55 Prozent. Eingeschlossen in die Studie waren 83.697 Patienten mit Herzinfarkt und von denen war 42,3 Prozent mindestens einmal ein NSAR verordnet worden. Am häufigsten handelte es sich dabei um Ibuprofen (23%) und Diclofenac (13,4%). Aber auch selektive COX-2-Hemmer (Celecoxib 4,8% und Rofecoxib 4,7%) waren verschrieben worden. Mit Ausnahme von Naproxen erhöhten alle NSAR das Risiko für Tod oder Reinfarkt. Der höchste Risikoanstieg wurde unter Diclofenac registriert. „Insgesamt war die NSAR-Therapie mit einem statistisch signifikanten Anstieg des Sterberisikos assoziiert“, sagte die Studienleiterin Anne-Marie Schjerning Olsen von der Universität Kopenhagen in Hellerup. „Nach unseren Daten gibt es bei Postinfarktpatienten kein sicheres therapeutisches Fenster für NSAR“, so Olsen. Wenn bei diesen Patienten eine NSAR-Therapie wirklich notwendig sei, dann sollten sie so kurz wie möglich und mit einem Wirkstoff mit geringer COX-2-Selektivität behandelt werden. Bei Patienten in der Akutphase nach einem Herzinfarkt sind NSAR streng kontraindiziert.

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