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Kardiologie 17. Mai 2011

Blutdruckkontrolle verbessern

Häufig führen erst Folgeerkrankungen den Hypertoniker zum Arzt. Bluthochdruck ist in Deutschland die häufigste Erkrankung überhaupt. Sowohl Kinder als insbesondere auch Erwachsene und alte Menschen sind betroffen. In Deutschland leidet jeder Zweite im Alter über 50 Jahren unter Bluthochdruck. Dabei sind Frauen im Alter etwas häufiger betroffen als Männer. Bei Kindern vor der Pubertät ist Bluthochdruck eher selten und meist durch eine Erkrankung anderer Organe verursacht (zum Beispiel Fehlanlage der Hauptschlagader, Nierenerkrankungen und so weiter).

Fast 90 Prozent aller an Hochdruck erkrankten Menschen im Erwachsenenalter haben eine genetisch bedingte Hochdruckform (primäre Hypertonie). Wir gehen derzeit davon aus, dass bei der Entstehung dieser Erkrankung viele verschiedene Gene beteiligt sind.

Rund zehn Prozent der Patienten haben einen Bluthochdruck aufgrund anderer Organerkrankungen (sekundäre Hypertonie), wie Nieren- oder Nierengefäßerkrankungen oder Störung des Hormonsystems (zum Beispiel übermäßige Produktion von salzbindendem Hormon oder von Stresshormonen). Selten führen auch Medikamente oder Drogen zu hohem Blutdruck.

Da Bluthochdruck in aller Regel ohne Symptome auftritt (nur wenige Patienten klagen über Kopfschmerzen), bleibt diese Erkrankung oft lange Zeit unbemerkt. Häufig führen erst Folgeerkrankungen des Bluthochdrucks (Schädigungen am Auge, am Herzen oder an den Nieren) den Patienten zum Arzt.

Aber selbst bei den entdeckten Bluthochdruckerkrankungen wird nur ein Teil der betroffenen Patienten behandelt und noch ein kleinerer Teil so, dass der Blutdruck wirklich zufriedenstellend unter Kontrolle ist. Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt, dass Blutdruckmessungen zum Beispiel in der Apotheke oder beim Arzt in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden, um erkrankte Menschen rechtzeitig erkennen und behandeln zu können.

 

Prof. Dr. Mettang ist in der Gemeinschaftspraxis Nephrologie und am Dr.-Klaus-Ketzler-Zentrum des Kuratoriums für Heimdialyse in Wiesbaden tätig.

Von Prof. Dr. Thomas Mettang
, Ärzte Woche 20 /2011

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