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Foto: photos.com
Selbstbestimmung von BNP aus kapillarem Vollblut.
 
Kardiologie 10. Mai 2011

Selbsttest statt Hausarzt

Konsequente Blut-Selbsttests verlängern das Leben.

Herzpatienten, die den Erfolg ihrer gerinnungshemmenden Therapie mit Vitamin K-Antagonisten regelmäßig selbst messen („INR-Selbstmanagement“), zeigen im Vergleich zur Hausarzt-Kontrolle eine Abnahme des Sterblichkeitsrisikos von über 60 Prozent. Das berichtet Prof. Dr. Heinz Völler, Rüdersdorf. Auch dem Vergleich mit spezialisierten Antikoagulations-Kliniken hält das systematische Selbstmanagement stand: In einer aktuellen Untersuchung an über 2.300 US-Patienten war die Rate von Herz-Kreislauf-Ereignissen in beiden Gruppen gleich, die Selbstmanagement-Gruppe hatte jedoch eine bessere Lebensqualität. Im Langzeitverlauf (6,3 Jahre) können Patienten mit mechanischem Herzklappenersatz nach Aortenklappen-Fehlern mit dem Selbstmanagement im Vergleich zu aufwändigen Operationsverfahren ohne Blutverdünnungs-Bedarf (unter Einsatz von Auto- und Homograft; „Ross-Operation“) eine in der Tendenz bessere Prognose erzielen.

„Somit erlaubt das INR-Selbstmanagement Patienten auch in strukturschwachen Regionen eine Therapiekontrolle, die eine Überprüfung der Therapietreue zur Verhinderung von Schlaganfällen und Blutungen ermöglicht“, so Völler.

Die Übernahme von Eigenverantwortung sei auch bei Patienten mit Herzinsuffizienz durch die systematische Selbstbestimmung von natriuretischen Peptiden (BNP-Spiegel) wünschenswert, um erneute Krankenhausaufenthalte oder Todesfälle zu verhindern, so Völler. Mit dem Heart Check Device steht erstmals ein Gerät zur Verfügung, mit dem aus kapillarem Vollblut (Fingerstick) BNP bestimmt werden kann. Damit wird Ärzten die Bestimmung zu jeder Zeit an jedem Ort ermöglicht.“

 

Quelle: Pressegespräch anlässlich der 77. Jahrestagung der DGK

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